Mettmann: Caritas kritisiert die Wohnungsnot

Mettmann : Caritas kritisiert die Wohnungsnot

Nach Angaben der Caritas fehlen in Deutschland derzeit etwa eine Million Wohnungen. Mieten steigen und Menschen werden aus ihrem angestammten Umfeld verdrängt. Besonders im Bereich der Sozialwohnungen sei die Lage angespannt: Laut Caritas müssten jährlich rund 80.000 davon gebaut werden, doch in 2016 seien es nur 25.000 gewesen.

Um Politik, Investoren und Bürger darauf aufmerksam zu machen, hat der Caritasverband am Samstag in vielen Städten im Erzbistum Köln Aktionen organisiert. In Mettmann wurde vor der Königshof-Galerie ein "Wohnzimmer" aufgebaut, wo Passanten mit Mitarbeitern von Caritas und Stadtverwaltung ins Gespräch kommen konnten. Das Motto des Tages: "Jeder Mensch braucht ein Zuhause".

"Die Zahl der Sozialwohnungen ist in den letzten zehn Jahren massiv zurückgegangen", erklärt Martin Sahler, Abteilungsleiter Integration bei der Caritas Mettmann. Im Kreis gebe es derzeit noch rund 16.000 Sozialwohnungen, nachdem es vor 15 Jahren doppelt so viele gewesen seien. Die Preisbindung für viele der öffentlich geförderten Wohnungen laufe aus, so dass die Eigentümer die Mieten erhöhen könnten und die Objekte aus dem sozialen Wohnungsmarkt herausfielen. Die Caritas betont, dass Wohnen nach der Europäischen Sozialcharta ein Menschenrecht sei. Deshalb müsse der Staat gesetzliche Regelungen schaffen, um den sozialen Wohnungsbau zu fördern. Städte könnten mit dem Bauplanungsrecht direkten Einfluss darauf nehmen, wo und wie sozial gebaut werde.

Dazu berichtete Bürgermeister Thomas Dinkelmann, dass Mettmann bald Mitglied in der landeseigenen Entwicklungsgesellschaft NRW.urban werde, die Städte und Gemeinden bei Stadterneuerung und Quartiersentwicklung unterstützt.

"Dass das Land die Mittel aufgestockt, sehe ich das als sehr erfolgsversprechende Kooperation", so Dinkelmann. Landtagsabgeordneter Martin Strässer bestätigte: "Die Landesregierung führt die Wohnraumförderung in voller Höhe weiter, zudem wollen wir besonders die Eigentumsförderung stärken.". Wohnraum werde knapp, wenn jeder sein eigenes Haus bauen wolle. "Wir müssen stärker in den Bestand gehen", sagte Strässer.

(tpp)
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