Meerbusch: Trotz Rheuma wieder Klavier spielen

Meerbusch: Trotz Rheuma wieder Klavier spielen

Brunhilde Tanaka will anderen Patienten mit Musiktherapie helfen.

Brunhilde Tanaka hat in ihrem Leben schon mehrere Berufe ausgeübt. Sie ist ausgebildete Klavierpädagogin, hat in Wien und Duisburg studiert, eine Ausbildung als Fremdenführerin in Wien absolviert und sich den Traum von einem eigenen Café in Düsseldorf erfüllt. Dort arbeitete sie zwölf bis 13 Stunden täglich, bis es nicht mehr ging: Als ihre Füße zu schmerzen begannen, glaubte sie der Erst-Diagnose. Demnach seien die Schmerzen normal, da sie fast nur im Stehen arbeitete. Doch die Beschwerden wurden immer stärker. "Ich konnte vor lauter Schmerzen nicht mehr laufen", sagt Tanaka. Als sie es nicht mehr aushielt, und sie ihr Café verkaufen musste, brach die Krankheit richtig aus.

Immer wieder suchte Tanaka bei Ärzten nach Rat, einer hatte den richtigen Verdacht: Rheuma. Er schickte die Patientin zur Behandlung nach Lank. Brunhilde Tanaka wurde stationär im St. Elisabeth-Hospital aufgenommen. Vierzehn Tage lang wurde sie untersucht, zunächst mit Cortison, später mit einem speziellen Rheuma-Präparat, behandelt. "In den Röntgenaufnahmen zeigten sich durch die Erkrankung bereits Veränderungen an Händen und Füßen", so Stefanie Freudenberg, Chefärztin der Klinik für Innere Medizin und Rheumatologie des Rheinischen Rheuma-Zentrums (RRZ). "Frau Tanaka hatte sich mit dem Café einfach übernommen. Und Stress-Situationen bringen Rheuma zum Ausbruch", erklärt Chefarzt Stefan Ewerbeck.

Dann folgte für sie eine weitere Hiobsbotschaft. In der Kur informierte sie ein Arzt: "Sie dürfen nie wieder Klavier spielen." Das wollte Tanaka jedoch einfach nicht wahrhaben. "Wie gut, dass ich damals meinen Optimismus nicht verloren habe", berichtet sie.

Denn die schwere Zeit ist nun fast fünf Jahre her. Heute ist sie beschwerdefrei, braucht keine Schmerzmittel und kann wieder Klavier spielen. Das liegt nach Angaben der Ärzte an der schnellen Entdeckung ihrer Krankheit. "Wenn Rheuma frühzeitig behandelt wird, können wir viel tun. Das gilt auch für eine rheumatoide Arthritis mit einem so aggressiven Verlauf wie bei Brunhilde Tanaka", so Freudenberg. "Wer früh mit einer Therapie beginnt, hat die besten Heilungschancen", ergänzt Ewerbeck.

Tanaka blickt nun voller Tatendrang in die Zukunft: Sie will dafür sorgen, dass auch andere Patienten wieder Klavier spielen können, und überlegt, einen speziellen Unterricht für Menschen zu entwickeln, die entweder nur eine Hand oder nur einige Finger bewegen können. Eine Art Musiktherapie. "Ich denke an Improvisations-Übungen mit langsamen Tempo", sagt Brunhilde Tanaka.

(RP)