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Gründer der Kinderaugenkrebsstiftung KAKS aus Meerbusch geehrt

Ehrung für Paar aus Meerbusch : „Bundesglückskreuz“ für Ehepaar König

Landrat Hans-Jürgen Petrauschke überreichte den Gründern der Kinderaugenkrebsstiftung KAKS, Monika und Gregor König aus Büderich, das Bundesverdienstkreuz am Bande. Rund 40 Gäste nahmen an der Feier teil.

Die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes am Bande ist eine seltene Ehrung. Rund 40 Gäste hatten sich bei sommerlichem Wetter im Garten zusammengefunden, um die Zeremonie rund um Monika und Gregor König mitzuerleben. Landrat Hans-Jürgen Petrauschke im Namen des Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier überreichte Verdienstkreuz und Urkunden. Er fasste das große ehrenamtliche Engagement des Büdericher Ehepaars als Gründer der Kinderaugenkrebsstiftung KAKS zusammen: „Sie sind aktiv geworden. Mit Ihrem Elan und Ihrer Zielstrebigkeit, Ihrer Kompetenz und Ihrer Erfahrung haben Sie viel bewegt“.

Seit der Gründung im Jahr 2009 hat die Stiftung unterschiedliche Projekte wie die Früherkennung und verbesserte Diagnostik des Retinoblastom einschließlich der Festsetzung einer Vorsorgepflicht bereits für Kinder im Alter von sechs Monaten durchsetzen können. Unter anderem hat die Stiftung die Anschubfinanzierung zu Projekten für eine verbesserte Diagnostik geleistet. Mit ihrer Arbeit haben die Meerbuscher eine flächendeckende Aufklärung über das Retinoblastom erreicht, das früher noch relativ unerforscht war.

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Meerbuschs Bürgermeister Christan Bommers überbrachte die Glückwünsche der Stadt: „Auszeichnungen sind immer auch ein Gütesiegel für die Qualität des Gemeinwesens, für das soziale Miteinander und das bürgerschaftliche Engagement.“ „Das ist eine Auszeichnung für alle, die von Beginn an unserer Seite waren“, geben Monika und Gregor König das Lob weiter. Für die Eltern von drei Kindern trägt das Bundesverdienstkreuz die Bezeichnung „Bundesglückskreuz“. Sie sind Betroffene, mussten bei ihrer jüngsten Tochter 2007 die Diagnose Augenkrebs auf beiden Augen entgegennehmen, das Mädchen verlor ein Augenlicht. Aber die Eltern haben gekämpft. Daraus ist die Stiftung entstanden. „Inzwischen haben wir so vielen Kindern und deren Eltern helfen können, das macht sehr glücklich“, erklärt Gregor König. Dass sie das nicht allein bewältigt haben, brachte Monika König zum Ausdruck. Sie sprach die teils langjährig Mitwirkenden persönlich an, hob ihre jeweiligen Aktivitäten hervor, spendete viel Lob und auch Dank: „Das macht Mut – zwölf Jahre mit so viel Leben und so viel Liebe.“

Heute gehe die neue Generation mit dem Retinoblastom als bösartigen Tumor, der unbehandelt zum Tod führt, offen um: „Die Betroffenen verstecken sich nicht mehr.“ Als KAKS-Gründungsmitglied erinnerte Stefanie von Holtzendorff an die ersten Überlegungen, eine Stiftung zu gründen: „Wir saßen zusammen im Wohnzimmer und informierten uns.“ Daran, dass diese Ehrung einen wahrhaft bösartigen Hintergrund hat, erinnerte der aus Hamburg angereiste Ole von Studnitz. Er hat Mühe, die Emotionen zu unterdrücken, als er einerseits von der Diagnose und andererseits von der Rettung seiner an Augenkrebs erkrankten vier Monate alten Tochter spricht: „Ohne eine Vorsorge mit Früherkennung wäre das nicht möglich gewesen.“

Anwesend waren auch Professor Michael Hallek, einer der weltweit führenden Onkologen, sowie als Kollegin und Freundin von Monika König die Journalistin, Schriftstellerin und Fernsehmoderatorin Anne Gesthuysen. Sie ist seit 2011 Schirmherrin der Kinderaugenkrebsstiftung und lobt Monika und Gregor König: „Sie haben diese Ehrung mehr als verdient.“ Landrat Petrauschke ist überzeugt, „Königs sind das Herz der Stiftung.“Für Monika König bleibt der Tag der Verdienstkreuz-Übergabe „der KAKS-Tag“ und Gregor König wird ihn auch wegen eines besonderen Erfolgs in Erinnerung halten: „Ganz aktuell kam die Nachricht, dass das Früherkennungsprogramm auch von der EU übernommen wird.“

Aber es gab noch eine traurige Nachricht. Das Ehepaar König berichtete, dass der Pfarrer, der sie vor 28 Jahren in Duisburg getraut hat, offenbar ihr weiteres Leben und damit auch die Stiftung im Auge behalten und sie für die Auszeichnung mit dem Bundesverdienstkreuz vorgeschlagen hat, nicht kommen würde: „Er wollte heute dabei sein, wir haben uns auf ein Wiedersehen gefreut, aber leider ist er kurzfristig verstorben. Darüber sind wir sehr traurig.“