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Erste Schnellschach-Open in Meerbusch

Schachturnier in Meerbusch : Mit Grips und Geschwindigkeit

Am Wochenende fanden erstmals die Meerbuscher Schnellschach-Open statt. Großmeister Andrei Orlov setzte sich erwartungsgemäß unter den 34 Teilnehmern durch.

Im Bösinghovener Pfarrzentrum ist es mucksmäuschenstill. An fast 20 Tischen sitzen sich jeweils zwei Personen gegenüber und grübeln über ihren nächsten Zug. Doch sie müssen sich sputen, denn bei der ersten Auflage der Meerbuscher Schnellschach-Open ist nicht nur Grips, sondern auch Geschwindigkeit gefragt. Jeweils 20 Minuten Bedenkzeit pro Spieler und Partie sind erlaubt. „Der Zeitfaktor erhöht den Druck natürlich, aber ohne Limit wäre es nicht möglich, ein solches Turnier an einem Tag auszurichten“, erklärt TSV-Schachsportwart Thomas Cieslik.

34 Teilnehmer hatten für die Titelkämpfe gemeldet, die im „Schweizer System“ ausgetragen wurden. „Da nicht jeder gegen jeden spielen kann, wird beim Schach häufig dieser Modus gewählt, weil er gewährleistet, dass stärkere Spieler auf gleich gute oder bessere und schwächere Spieler auf Gegner ähnlichen Niveaus treffen“, so Cieslik. Der jüngste im Starterfeld war der erst sechsjährige Paul Brauns. „Den Computer zocke ich zuhause immer ab. Die Gegner hier sind viel besser, trotzdem macht es großen Spaß, mich mit ihnen zu messen“, sagte der Nierster. Im gleichen Alter mit dem Schachspielen hatte Andrei Orlov begonnen. Inzwischen ist er Mitte 40 und zählt als einer von knapp 100 Großmeistern zu den besten Spielern des Landes. Der gebürtige Russe war im Sommer mit dem Düsseldorfer SK in die Bundesliga aufgestiegen, am Wochenende gab er sich in Meerbusch die Ehre. „Ich freue mich, wenn solche Turniere initiiert werden und ich mich mit neuen Gegnern duellieren kann“, sagte Orlov, der als einziger Spieler ungeschlagen (acht Siege, ein Remis) blieb und damit erwartungsgemäß die 250 Euro Siegprämie einstrich.

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Ihn wird Abteilungsleiter Johannes Peters wohl nicht von einer Mitgliedschaft im TSV überzeugen können. Doch bei anderen Teilnehmern hat er die Hoffnung, dass sie dem Verein erhalten bleiben. Schließlich sollten die Titelkämpfe die Initialzündung sein, mehr Menschen für den Denksport zu begeistern. „Mit der Resonanz der ersten Auflage des Turniers waren wir sehr zufrieden. Nächster Schritt ist, die Abteilung nachhaltig aufzubauen“, so Peters.