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Corona-Krise in Meerbusch: Händler zwischen Sorge und Zweckoptimismus

Corona-Krise in Meerbusch : Händler zwischen Sorge und Zweckoptimismus

Die Corona-Krise trifft den Meerbuscher Einzelhandel. Vor allem die Ungewissheit macht den Unternehmern zu schaffen.

Die Ereignisse haben sich in den vergangenen Tagen überschlagen: Angefangen mit Schulschließungen steht inzwischen fast das gesamte öffentliche Leben in der Stadt still. Denn ab Mittwoch muss auch ein Großteil des Einzelhandels, der nicht wie Supermärkte zur Deckung des täglichen Bedarfs dient, schließen. Eine der Betroffenen ist Kirsten Kappius, die an der Büdericher Dorfstraße die Boutique Meer-Lebensstil betreibt. Bis zum heutigen Dienstag hatte sie ihr Geschäft noch offen, ab Mittwoch bleibt ihr Laden jedoch geschlossen. Eine Entscheidung, die sie gut nachvollziehen kann, die ihr aber gleichzeitig auch Sorgen macht. „Ich hoffe, dass die Situation schnell wieder vorbei ist“, sagt sie. Einige Wochen könne sie zwar diese Schließung verkraften, doch irgendwann werde das Ausbleiben der Umsätze kritisch. „Das Schlimmste ist die Ungewissheit, wie lange es dauern wird.“ Ihrer Arbeit wird sie aber auch trotz geschlossener Ladentür weiter nachgehen. So will sie die Zeit nutzen, ihr Schaufenster zu dekorieren und vor allem ihren Online-Shop voranzubringen. „Daran arbeite ich jetzt mit Hochdruck.“ Zudem will sie ihren Kunden nach individueller Terminabsprache die Waren auch nach Hause liefern, jedoch aus Sicherheitsgründen ohne direkten Kontakt zum Kunden.

Gastronomen dürfen zwar unter strengen Auflagen noch öffnen, doch auch sie leiden unter der aktuellen Situation. Bereits am Montag berichtete Mike Müller-P., dass rund ein Drittel weniger Kunden zu seinem Imbissstand auf dem Dr.-Franz-Schütz-Platz in Büderich kämen. Die Stornierungen sämtlicher Veranstaltungen in den kommenden Wochen, was rund die Hälfte seines Umsatzes ausmacht, hätten ihn bereits schwer getroffen. Zinslose Kredite würden ihm in dieser Situation jedoch wenig bringen, stattdessen bräuchte er eine Unterstützung bei der Bewältigung seiner Fixkosten. Auch im Eiscafé Palatini gibt es große Sorgen wegen der ausbleibenden Umsätze.

Martin Bogie, Inhaber des gleichnamigen Gartencenters, ist dagegen nur bedingt von den Auswirkungen der Coronakrise betroffen. Sein Geschäft darf weiterhin öffnen und zieht auch viel Kundschaft an. „Wir haben aktuell Hochsaison“, erzählt er. Doch auch wenn er sein Geschäft weiterhin öffnet, findet der Betrieb nur mit Einschränkungen statt. Mehrere Hinweisschilder in seinem Laden weisen darauf hin, dass Kunden untereinander, aber auch in Beratungsgesprächen mit Mitarbeitern zwei bis drei Meter Abstand zueinander halten sollen. Das funktioniere bislang auch sehr gut, da sich die Kunden äußerst diszipliniert verhalten würden. Zudem arbeite er aktuell daran, auch den Bezahlvorgang möglichst kontaktlos ablaufen zu lassen. Dafür will er nun Markierungen auf dem Boden und gegebenenfalls auch einen Schutz aus Plexiglas anbringen.