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Corona-Krise – was Eltern wissen müssen

Kita- und Schulschließung : Corona-Krise – was Eltern wissen müssen

Väter und Mütter haben keinen Anspruch auf Homeoffice. Sie können nicht einfach der Kinder wegen zu Hause bleiben.

Nach der landesweiten Schließung von Schulen und Kitas stellt sich für viele berufstätige Eltern die Frage, wie sie die Betreuung und Versorgung der Kinder in den nächsten Wochen sicherstellen. Dazu ein paar wichtige Fragen und Antworten:

Gibt es einen Anspruch auf Homeoffice? Ein gesetzlicher Anspruch besteht laut Bundesarbeitsministerium nicht. Möglicherweise gibt es entsprechende Betriebsvereinbarungen oder Regeln im Tarifvertrag. Ansonsten hilf nur eine einvernehmliche Regelung mit dem Arbeitgeber. Die Unternehmen sind aber ihrerseits meist sehr daran interessiert, ihren Mitarbeitern solche Möglichkeiten zu eröffnen.

Kann ich andernfalls zu Hause bleiben, um mein Kind zu betreuen? Grundsätzlich nicht. Wer sein Kind betreuen will, muss dafür Urlaub nehmen (im Zweifel unbezahlt) oder Überstunden abbauen. Aber auch das muss man sich vom Chef genehmigen lassen. Ausnahme: Wenn kein Elternteil das Kind betreuen kann und auch keine andere Lösung möglich ist, besteht laut Arbeitsministerium ein vorübergehendes „Leistungsverweigerungsrecht“ des oder der Beschäftigten. In diesem Fall kann für eine „nicht erhebliche Zeit“ ein Anspruch auf Entgeltfortzahlung bestehen. Dies ist im Paragrafen 616 BGB geregelt.

Was ist eine „nicht erhebliche Zeit?“ Das lässt sich generell nicht beantworten. In der Rechtsprechung lag die Spanne bisher zwischen drei Tagen und zwei Wochen..

Und was ist, wenn das Kind krank ist? Auch in diesem Fall können sich Eltern für einige Tage bezahlt von der Arbeit freistellen lassen. Sich als gesunder Elternteil selbst krank zu melden, um zu Hause bleiben und sich um Kinder kümmern zu können, ist dagegen keine gute Idee: „Das ist ein Täuschungstatbestand, der im Extremfall auch zur Kündigung führn kann“, hat der Arbeitsrechtler Peter Wedde gesagt.

Wer zahlt, wenn ich Kinder woanders unterbringen muss?  Sollten Eltern durch die anderweitige Versorgung ihrer Kinder Kosten entstehen, müssen sie die selbst tragen. Auch hier gilt aber: Es hilft, mit dem Arbeitgeber zu sprechen. In der aktuellen Situation sollten alle Beteiligten daran interessiert sein, gemeinsame Lösungen zu finden.