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Alle Spiele in Meerbusch abgesagt

Sport in Meerbusch : Kein Sport mehr wegen Corona

Ab sofort ruht in allen Amateursportarten der Spielbetrieb. Mehrere Verbände haben die Saison schon vorzeitig beendet. Aktuell wird auch nicht mehr trainiert. Die Meerbuscher Verantwortlichen stehen hinter der Entscheidung.

Während in der Fußball-Bundesliga der 26. Spieltag am Wochenende ohne Zuschauer ausgetragen wird, ruht im Fußballverband Niederrhein (FVN) ab sofort der Ball. In Abstimmung mit seinen 13 Kreisen entschied der FVN am Freitag auf Grund der jüngsten Entwicklung rund um das Coronavirus, den gesamten Spielbetrieb im Jugend- und Seniorenbereich mit sofortiger Wirkung bis Sonntag, 19. April, einzustellen. „In den vergangenen 48 Stunden hat sich die Anzahl der Vereine, die große Sorgen hatten und um Spielverlegungen baten, dramatisch erhöht. Daher haben wir die Entscheidung getroffen, den Spielbetrieb in unserem Verbandsgebiet zu unterbrechen“, sagte FVN-Präsident Peter Frymuth.

Bei den Männern sind alle Partien in der Oberliga, den Landes-, Bezirks- und Kreisligen sowie in den Kreispokal-Wettbewerben betroffen. Im Frauenfußball fallen sämtliche Partien der Niederrheinliga, der Landes-, Bezirks- und Kreisligen sowie die Pokal-Wettbewerbe aus. Bei den Junioren sind die Niederrheinliga, die Kreisligen, Kreisleistungsklassen und Kreisklassen sowie der Niederrhein- und Kreispokal betroffen. „Es war keine leichte Entscheidung, denn eigentlich ist es unser Bestreben, den Spielbetrieb zu ermöglichen und nicht zu unterbinden. Es gilt, die Sorgen der Vereine ernst zu nehmen, die Gesundheit aller steht im Vordergrund“, so Frymuth. Dieser Meinung schließt sich Daniel Peters, stellvertretender Vorsitzendes TSV Meerbusch, an: „In der aktuellen Lage ist die Gesundheit aller Menschen und die Solidarität bei der Bekämpfung der Corona-Epidemie den Interessen des Sports voranzustellen. Deshalb haben wir vorerst auch den Trainingstrieb aller Fußball-Teams eingestellt.“ Der Handballverband Niederrhein (HVN) hat ebenfalls mit den Spielbetrieb ausgesetzt. Wie lange, ist aktuell noch nicht geklärt. „Für den Fall, dass die Spielzeit nicht ordentlich zu Ende gespielt werden kann, weisen wir darauf hin, dass bezüglich Auf- und Abstieg in den kommenden Tagen noch einmal separat gesprochen wird“, erklärte der HVN. „Für den Alltag und den Handballsport ist das sehr schade, da uns allen etwas Selbstverständliches genommen wird. In der aktuellen Situation gibt es aber keine Alternative“, sagt Gert Stöcker, Trainer der Verbandsliga-Damen des TuS TD 07 Lank. Treudeutsch, aber auch der Osterather TV und der Meerbuscher HV haben ebenso ihren Trainingsbetrieb bis Ende der Osterferien eingestellt.

Mindestens bis zu diesem Zeitpunkt wird es auch keinen Basketball geben, denn auch der Westdeutsche Basketballverband (WBV) entschloss sich dazu, die Saison vorerst zu unterbrechen. „Ob es uns gelingen wird, den Spielbetrieb nach Ostern wieder aufnehmen zu können, ist noch nicht abzuschätzen“, so der WBV. Ebenfalls bis einschließlich 17. April hat auch der Westdeutsche Tischtennis-Verband (WTTV) den Individual- und Mannschaftsspielbetrieb seiner Bezirke und Kreise eingestellt. „Über die Folgewirkungen, die Verschiebung von Wettkämpfen, deren Streichung sowie Auf- und Abstiegsregelungen, wird beraten werden müssen“, schrieb der Verband auf seiner Webseite.

Der Westdeutsche Volleyballverband (WVV) hat bereits die Entscheidung getroffen, die Saison vorzeitig zu beenden. „Der komplette Spielbetrieb im Erwachsenen-, Jugend- und BFS-Bereich sowie den Senioren wird im WVV mit sofortiger Wirkung ausgesetzt. Derzeit berät der Verbandsspielausschuss über den Umgang mit Auf-, Absteigern bzw. Relegationsteilnehmern. Der Osterather TV ist nicht berührt, er schließt die Saison in der Verbandsliga nach 15 Spieltagen als Dritter ab.

Nachdem er am Freitagvormittag noch verkündet hatte, die Winterhallenrunde zu Ende spielen zu wollen, ruderte der Tennisverband Niederrhein (TVN) wenige Stunden später zurück und gab bekannt, den laufenden Wettspielbetrieb in allen Verbands-, Bezirks- und Kreisligen zu beenden.

„Wir befinden uns in einer Situation, in der wir als Sportverband den Vorgaben der Experten, jegliche Sozialkontakte einzuschränken, Folge leisten sollten“, erklärte TVN-Vorsitzender Dietloff von Arnim. Zuletzt zog auch der Badminton-Landesverband NRW nach und beendete die laufende Spielzeit vorzeitig. Über die Auswirkungen dieser Entscheidung für die Vereine werde derzeit beraten.