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Meerbusch: Bündnis für den Anleger

Meerbusch : Bündnis für den Anleger

Düsseldorfer und Büdericher Vereine machen sich für den Erhalt des Anlegers Mönchenwerth stark. Nach Plänen der Weißen Flotte sollte der bereits aus dem Liniendienst gestrichene Steiger gar nicht mehr angefahren werden.

Der gestern beigelegte Streit um die Stilllegung der Schifffahrtsstrecke zwischen der Düsseldorfer Altstadt und Kaiserswerth hat ein Nachspiel in Meerbusch. In der Stadt im Grünen werden nun Stimmen laut, den Anleger Mönchenwerth nicht nur für gelegentliche Stopps von Ausflugsschiffen zu erhalten, sondern ihn wieder zu einer täglichen Haltestelle der Weißen Flotte zu machen.

Die Ausflugsschiffe der Weißen Flotte sollen weiter auf dem Weg von und nach Kaiserswerth an Meerbuschs Rheinfront vorbeifahren. Foto: Endermann

Zurzeit gibt es etwa wöchentliche Touren von Ausflugsschiffen. Im Rahmen des Streit zwischen Stadt Düsseldorf und Weißer Flotte, drohte der Anleger sogar komplett aus dem Programm zu fallen. "Das wäre sehr schade. Wir unterstützten alle Versuche, den Anleger zu erhalten", sagt Thomas Schüttken, stellvertretender Vorsitzender des Werbe- und Interessenrings Büderich. Zwar hätten die Touristen der Ausflugsdampfer den Meerbuscher Einzelhändlern natürlich nicht mehr Umsatz gebracht, "aber der Anleger ist doch sozusagen eine Meerbuscher Institution", unterstreicht Schüttken. Er wäre froh, wenn die Weiße Flotte ihn häufiger anfahren würde.

Die UWG setzte gerade einen Antrag auf die Tagesordnung des nächsten Haupt- und Verkehrsausschusses im September, in dem sie nach Einflussmöglichkeiten der Stadt auf die Weiße Flotte fragt. "Mönchenwerth liegt stadtnah und gleichzeitig in schönster landschaftlicher Lage direkt am Rheinufer. Breite Fußwege laden zu Spaziergängen in den Rheinauen ein" — es würde laut UWG "sehr gut zum Meerbuscher Erscheinungsbild passen, wenn diese Verkehrsverbindung wieder zum Leben erweckt werden könnte".

Der Streit um die Schiffsverbindung nach Kaiserswerth rief in den vergangenen Tagen auch die linksrheinischen Heimatvereine aus Düsseldorf auf den Plan. Die Vereine aus Niederkassel, Heerdt und Lörick forderten den Erhalt der Strecke. Die Vereine bedauern ausdrücklich, dass der Steiger Mönchenwerth nicht mehr angefahren wird. "Die Empörung ist groß", sagte der Vorsitzende des Niederkasseler Heimatvereins, Michael Hahn. Zwar sei der Anleger seit Jahren nicht mehr regelmäßig angesteuert worden. "Aber er war wichtig für Kindergruppen und Senioren", sagt Hahn. Mit dem Steiger gehe "ein weiteres Stück linksrheinischer Kultur unter".

"Der Anleger Mönchenwerth wurde noch gelegentlich bei Charterfahrten angefahren oder wenn es ausdrücklich bestellt war", bestätigt eine Rheinbahn-Sprecherin auf Anfrage der RP. Zur Zukunft des Anlegers konnte sie gestern nichts sagen: "Das ist Sache der Geschäftsführung."

Der Streit zwischen Schiffsbetreiber und Düsseldorfer Stadtverwaltung konnte gestern beigelegt werden. Ab Samstag wird die Verbindung Altstadt-Kaiserswerth wieder nach Fahrplan bedient. Heute werden Passagiere gratis mitgenommen. Mönchenwerth wird dabei allerdings weiter nicht angefahren.

(RP/rl)