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Meerbusch: 16-Jähriger macht Einser-Abi

Meerbusch : 16-Jähriger macht Einser-Abi

Der Lank-Latumer Christopher Hauk hat am Fabritianum in Uerdingen sein Abitur gemacht. Er hat zwei Klassen übersprungen und ist vorzeitig eingeschult worden. Der Jugendliche ist ein begeisterter Sportler, spielt Rocksongs am Flügel und pflegt seinen eigenen Nutzgarten.

Das Abitur-Zeugnis, das Christopher Hauk am Gymnasium Fabritianum in Uerdingen ausgehändigt bekam, ist besonders. Denn Hauk ist erst 16 Jahre alt, und er hat einen Notendurchschnitt von 1,4. So etwas habe er in seiner Berufslaufbahn noch nicht erlebt, erklärte Schuldirektor Horst Obdenbusch. Besondere Begabungen in einem Fach habe er schon einmal registriert, aber ein solches Talent quer durch den Fächerkanon sei ihm bislang nicht begegnet.

Gleichwohl war die Schullaufbahn für Christopher Hauk kein Zuckerschlecken. "Ich bin kein Streber, der die gesamte Freizeit über den Büchern hockt", sagt der in Duisburg geborene Jugendliche. Gleichwohl musste er natürlich mit dem Vorurteil leben und sich sowohl bei den Mitschülern als auch bei den Lehrern ein Stück Normalität erst erkämpfen. "Zuletzt war ich relativ akzeptiert", beschreibt er seinen Status.

Er habe eine schnelle Auffassungsgabe und immer wieder schnell den Anschluss geschafft, informiert Obdenbusch. "Ich muss das meiste nur einmal lesen, um es zu begreifen und zu behalten", sagt Christopher Hauk. Und weil das so ist, hat er sich in der Grundschule oftmals gelangweilt, ergänzt Mutter Dorothea. Die Unternehmensberaterin hat in der Schule immer darauf gedrängt, dass ihr Sohn — ein Einzelkind — eine besondere Förderung erfahre. "Das war nicht immer leicht, ich bin durchaus auf Unverständnis in der Lehrerschaft gestoßen", sagt sie. Natürlich habe sie für ihren Sohn das Beste gewollt und ihn auch in gewisser Weise schützen wollen. Ein Außenseiter war der sport- und musikbegeisterte Jugendliche nicht. "Ich habe auch an der Stufenfahrt in einen Bungalow nach Norwegen teilgenommen."

Die Liste seiner Interessen ist ellenlang: Im Sport ist er als Stabhochspringer und Handballer bei Bayer Uerdingen aktiv gewesen, er tanzt in zwei Formationen bei Haase-Türk, spielt Golf in Elfrath mit dem Handicap 23,8, mag Fußball, Fahrrad- und Skifahren sowie Wandern.

In der Musik hört er Rock- und Popsongs und spielt die Hits am Klavier. "Mit Klassik kann ich gar nichts anfangen", überrascht er. Nach den ersten musikalischen Schritten am Flügel und Unterricht der Mutter hat er seine Technik selbst verfeinert.

Im Moment bringt sich der 16-Jährige selbst das Programmieren bei, um am Computer Möbel zu designen und die Ergebnisse in dreidimensionaler Animation darzustellen. Während des Schulprojekts Junior Management Academy hörte er Vorlesungen von Professoren der Fachhochschule Düsseldorf in Volks- und Betriebswirtschaftslehre. Seit 2009 nimmt Christopher Hauk auch an der Junior-Academy in Thüringen teil, hat dort einen Mini-Hochofen gebaut, das ökologische System begutachtet, Wetterdaten ausgewertet und sich intensiv in der Natur umgeschaut. Sein ökologisches Interesse lebt der Abiturient auch in seinem eigenen Nutzgarten aus. Es macht ihm Spaß, seine eigenen Tomaten, Möhren und Zwiebeln zu ziehen und Erdbeeren zu pflanzen. An Kartoffeln ist der Hobby-Bauer allerdings gescheitert. "Das ist schief gegangen", gesteht der Jugendliche.

Als Minderjähriger schreibt er sich nun an der Universität Duisburg für Energy-Science ein. "Das ist ein Studiengang in Physik." Zusätzlich will er Betriebswirtschaft studieren und anschließend in einer Unternehmensberatung tätig werden, sich später vielleicht selbstständig machen. Die Eltern sind da irgendwie Vorbild — und ganz ohne Vater und Mutter funktioniert derzeit auch nicht so viel. Für die Immatrikulation an der Uni zum Beispiel wird noch die Unterschrift der Erziehungsberechtigten verlangt.

(RP/rl)