Meerbusch: Kreisel sollen glatter werden

Meerbusch : Kreisel sollen glatter werden

Die Verwaltung möchte die Pflasterzonen von zwei Lanker Kreiseln asphaltieren, um Reparaturkosten zu sparen. Parteien im Bauausschuss warnen, dass die Bremswirkung der Kreisverkehre eingeschränkt werden könnte.

Der sich illegal durch Lank-Latum wälzende Krefelder Hafenverkehr sorgt für neuen Ärger: Die Hafen-Laster und die legal durchfahrenden Lanker Lkw beschädigen die Fahrbahnen der Kreisverkehre der Uerdinger Straße. Die Stadt muss immer wieder flicken. Das geht ins Geld. Nun will die Verwaltung die Kreisel-Fahrbahnen durchgehend asphaltieren. Zurzeit bestehen die Kreisel aus zwei Zonen (Asphalt und Pflaster). Durch das Verschwinden des Pflasters und der Rinne wären die Kreisel wesentlich weniger reparaturanfällig. "Wir hätten jahrelang Ruhe", sagt Ekkehard Deussen, Abteilungsleiter Straßenbau. Mit zwei Kreiseln (Mittelstraße, Robert-Bosch-Straße) soll nun so verfahren werden. Zur Verkehrsberuhigung sollen am Mittelstraßen-Kreisel stadtauswärts außerdem drei Reihen Hubbel ("Kölner Teller" ) verlegt werden.

Bis es im Bauausschuss zu diesem Kompromiss kam, steckte die Verwaltung für ihren Asphaltierungs-Plan herbe Kritik ein. "Die Kreisverkehre sollen den Verkehr doch entschleunigen. Wenn ein Pkw-Fahrer da aber mit einem kleine Schlenker mit Tempo 50 durchfahren kann, ist das negativ", so Joachim Quass (Grüne). "Der Schwerlastverkehr käme so noch leichter durch", warnte Heidemarie Niegeloh (SPD). Sie fürchtet, dass aufgemalte Linien den Verkehr im Kreisel nicht bremsen werden. Die SPD-Chefin forderte, die Verwaltung solle "mehr Gehirnschmalz" in weitere Planungen investieren, um die Kreisel als Hindernisse für schwere Lkw zu erhalten. Das möchte auch Mike Kunze (CDU). Die Uerdinger Straße dürfe "nicht zur Schnellstraße" werden – ansonsten mache sich die Politik mit ihren jahrelangen Bemühungen zur Verkehrsberuhigung in Lank unglaubwürdig.

Ekkehard Deussen konterte die Kritik mit dem Hinweis, dass es letztlich "nur um die Deckensanierung des Innenrings" gehe. Dadurch werde die Uerdinger Straße "sicher nicht zur Schnellstraße". Umfangreiche Neuplanungen zu fordern, hieße, die Energie der Verwaltung zu verschwenden. Nun dränge die Zeit: Um während der Herbstferien bauen zu können, müssten die Arbeiten bald ausgeschrieben werden. Die Straße soll während der Sanierung abschnittsweise voll gesperrt werden.

Bernd Schumacher-Adams (FDP) schlug vor, die Arbeiten ausführen zu lassen und dann zu schauen, ob weitere Maßnahmen zur Entschleunigung notwendig sind.

Leo Jürgens (CDU) sprach aus der Perspektive des Lanker Spediteurs ("mit Erfahrung als 38,5-Tonnen-Fahrer"): "Die Flächen mit Steinen sollten asphaltiert werden. Wenn sich der Radius nicht ändert, können Lkw auch nicht schneller hindurchfahren".

(RP)