Handball : Die Elfen greifen nach dem Henkelpott

HC Leipzig, Buxtehuder SV und HSG Blomberg-Lippe - mit diesen drei Mannschaften streiten sich die Leverkusener Handballerinnen beim Final-Turnier um den Gewinn des DHB-Pokals. Im Halbfinale treffen die Elfen auf Blomberg.

Gut fünf Kilogramm wiegt das Objekt der Begierde, eine äußerlich eher unscheinbare Trophäe. Doch der 45 Zentimeter hohe versilberte Henkelpott mit dem Marmorfuß wird am Wochenende ein begehrtes Schmuckstück in Leipzig sein. Es handelt sich um den DHB-Pokal der Frauen, dessen Final-Turnier am Samstag und Sonntag in Sachsen ausgetragen wird.

Die Duelle der verbliebenen vier Teams werden mit großer Vorfreude erwartet. Dafür gibt es mehrere gute Gründe, unter anderem die Tatsache, dass die Entscheidung im Pokal weit mehr Spannung birgt als das langweilige Titelrennen in der Liga, das schon lange keines mehr ist. Dass der amtierende und kommende Meister Thüringer HC am Wochenende nicht dabei ist, dafür aber die drei Teams auf den Plätzen dahinter, sorgt für zusätzlichen Reiz.

Da der TSV Bayer den Branchenführer im Viertelfinale ausgeschaltet hat, dürften ihn zwar alle Beteiligten auf der Rechnung haben. Ein klarer Favorit lässt sich aber nicht ausmachen, fast auf Augenhöhe gehen Ausrichter HC Leipzig, Leverkusen und Buxtehude ins Turnier, während die HSG Blomberg-Lippe, die am Samstag im Halbfinale Gegner des Teams von Trainerin Heike Ahlgrimm sein wird, ohne die verletzte Nationalspielerin Xenia Smits als Außenseiter antritt.

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"Geschenkt bekommt hier niemand etwas. Alle vier wollen den Titel", warnt die Elfen-Trainerin. Beim Bemühen um den begehrten Henkelpott können sie und ihre Schützlinge auf Unterstützung setzen: durch anreisende Fans, die sich auf die lange Busreise machen, und durch das Juniorteam, das beim ebenfalls am Wochenende in Leipzig ausgetragenen Final Four der Junioren-Bundesliga seinen Titel verteidigen möchte. Zwar wird die Mehrheit der 2500 Zuschauer es mit dem HCL halten. Aber: "Ich freue mich total. Es gibt nichts Schöneres, als vor einer vollen Halle zu spielen", sagt Nationalspielerin Kim Naidzinavicius.

Bayers letzter Titel war übrigens der Sieg im DHB-Pokal vor vier Jahren. Damals noch als Spielerin dabei war die nun scheidende Trainerin Heike Ahlgrimm, die nach der Saison ihre aktive Karriere beendete, sich also demnach schon einmal mit dem Henkelpott aus Leverkusen verabschiedet hat.

Der sah beim Saisonausklang allerdings etwas anders aus als gewohnt. Denn bei der Sause nach dem Erfolg in Riesa war die Figur auf dem Deckel abgebrochen. Der Schlebuscher Juwelier Hubert Kierdorf erfuhr von dem Malheur und fertigte dem Team als Lohn für die erfolgreiche Saison nicht nur Armbänder mit Mini-Trophäen, sondern auch eine güldene Elfe mit Zauberstab samt Halterung für den Pokal. Die wird sich vermutlich auch ohne Beschädigung des Originals aufsetzen lassen und kommt vielleicht bald wieder zum Einsatz - wenn die Leverkusenerinnen erneut als Sieger heimkehren.

(kre)