Reitsport : Bayer-Reiter nutzen den Heimvorteil

Beim ersten von acht Turnieren des Klubs in diesem Jahr standen acht Prüfungen für Dressurreiter an.

"Einfach vergessen" — so ärgerte sich Michaela Jordan über ihren Fauxpas. Die Gattin von Christoph Jordan, dem Vorsitzenden des Bayer-Reitervereins, die nach ihrem Umzug ins Westfälische für den RFV Ahlen an den Start geht, hatte die verlangten Galopp-Traversalen in der Dressurprüfung der Klasse S** vergessen.

Für nicht gezeigte Lektionen gibt's keine Punkte, und in der Addition fehlten diese für eine vordere Platzierung. Schließlich müssen alle verlangten Lektionen zumindest einmal gezeigt werden — da passen die Richter penibel auf. So landete Jordan beim Dressurturnier am Kurtekotten mit ihrem Dumas nur auf Rang zehn, während sie in der Amateur-Dressurprüfung der Klasse S hinter Jutta Zimmermann, die ihren Hengst Amaro Abona gesattelt hatte, mit dem sie 2011 den FAB-Cup gewann, auf Rang zwei gelandet war.

Das erste von insgesamt sieben Turnieren (einschließlich interner Vereinsmeisterschaft und Voltige), die die Bayer-Reiter in diesem Jahr veranstalten wollen, bot acht Prüfungen: vom einfachen Reiterwettbewerb bis zur Zwei-Sterne-S-Prüfung. In den unteren Prüfungen nutzten die Bayer-Reiter ihren Heimvorteil, wobei Anna Wolf gleich zweimal (Klasse E und A) vorne lag. Die M-Prüfung gewann Michaela Jordan mit ihrem siebenjährigen Wallach Flirt d'Amour, den sie als das talentierteste Pferd in ihrem Stall bezeichnet.

Am Rande des Turniers unterstrichen Christoph Jordan und Vorstandsmitglied Christa Behnke ihr Vorhaben, den Klub mit einem umfangreichen Sanierungsprogramm zu retten, nachdem der Verkauf eines Teils der Anlage an die Bayer-Fußballer gescheitert ist. Neben besagten sieben Turnieren sollen viele Lehrgänge und Veranstaltungen mit bekannten Ausbildern die Anlage mit Leben füllen.

19 Lehrgänge sind bereits terminiert, die renommierten Ausbilder Wolfram Wittig (derzeitiger Trainer von Isabel Werth) und Klaus Balkenhol (betreut u.a. die Olympiazweite Helen Langehanenberg und Weltmeisterin Nadine Capellmann) sollen zudem an zwei Abenden im Herbst für volle Hallen sorgen.

(sg-)