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Lise-Meitner-Gymnasium Leverkusen: "Lise" fürs Engagement

Ehrung : Preisverleihung – eine „Lise“ für besonderes Engagement

Am Lise-Meitner-Gymnasium werden Schüler für besonderes Engagement ausgezeichnet.

Streber, Schleimer, Lehrerliebling – bei manchen Schülern genießen Klassenkameraden, die sich im hohen Maße engagieren, einen eher unschönen Ruf. Am Lise-Meitner-Gymnasium jedoch werden jährlich eben jene Schüler für ihren Einsatz ausgezeichnet. Die Lise, so heißt der Preis, wird jährlich vergeben und verkörpert eine besondere Wertschätzung.

Etwas schüchtern hob Robin Youssef die Hand zum Handschlag. Es schien ihr fast ein wenig unangenehm, dass es an diesem Tag, an dem sich rund 100 Schüler im pädagogischen Zentrum versammelt hatten, auch um sie ging. Dabei ist das, was die 14-Jährige geleistet hat, wirklich erstaunlich.

Schließlich wohnt Youssef erst seit rund zweieinhalb Jahren in Deutschland, nachdem sie mit ihren Eltern vor dem Krieg in Syrien geflohen war. Nachdem sie ein halbes Jahr in einer Hauptschule verbracht hatte, so erzählte sie, durfte sie bereits auf die Realschule wechseln. Und mittlerweile besucht das junge Mädchen das Gymnasium in Manfort.

In ihrer Stufe gehört Robin Youssef zu den besten Schülern, ihr Zeugnis aus dem vergangenen Jahr weist einen Durchschnitt von 1,2 auf. „Meine Eltern sind sind aus Syrien geflohen, damit ich weiterkommen kann, in Sicherheit bin und mich bilden kann – deshalb gebe ich mir besonders viel Mühe“, erklärte Youssef ihre Motivation. So wie sie sind in die Kategorie „Intellektuelles“ zehn weitere Schüler aufgeführt. Sie alle wurden geehrt. Die Sparten „Kulturelles“ und „Soziales“ komplettieren die Auszeichnung. Insgesamt erhielten 54 Gymnasiasten eine individuell gestaltete Trophäe. Anfangs noch wie der Filmpreis Oscar geformt, sind die Preise nun völlig verschieden – und dementsprechend einzigartig.

Eine Jury aus Eltern, Schülern und Lehrern entscheidet schließlich darüber, wer sich eine Lise auf seinen Schreibstisch stellen darf. Dirk Roth leitet dieses Komitee. Er bestätigte, dass es sicher Unkenrufe für den ein oder anderen besonders engagierten Schüler gebe. Und doch betonte der Lehrer für Deutsch und Erdkunde: „Diejenigen, die hier bei der Preisverleihung sind, haben ohnehin schon eine Affinität für soziales Verhalten – und sie werden sicher noch motivierter.“

Was die anderen sagen, kann ihnen ohnehin egal sein. So hält es jedenfalls Paul Hector. Nächstes Jahr steht zwar das Abi an, doch das hält den 18-Jährigen nicht davon ab, sich in allerlei Hinsicht für Dinge inner- und außerhalb des geregelten Unterrichts zu begeistern. Insgesamt dreimal tauchte er auf der Liste der nominierten Preisträger auf. „Das geschieht aus dem Drang heraus, anderen Menschen eine Freude zu machen, glaube ich. Das war schon immer in mir drin“, erzählte der Jugendliche, der in einem Jahr Theologie studieren will.