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Leverkusen: Deutsche Annington will Bahner-Häuser kaufen

Leverkusen : Deutsche Annington will Bahner-Häuser kaufen

Die Bewohner von Hunderten Wohnungen in der Opladener Neustadt bekommen wohl einen neuen Vermieter. Die Deutsche Annington will die ehemaligen Bahner-Wohnungen übernehmen.

Im Groben besteht Einigkeit, in den nächsten Wochen geht es an die Feinabstimmung: Die Deutsche Annington, börsennotierter Immobilienkonzern mit Sitz in Bochum, wird die ehemaligen Bahner-Wohnungen im Bereich von Bahnallee, Humboldtstraße, Adalbertstraße und Friedrich-List-Straße übernehmen. Dies bestätigte gestern auf Anfrage Thorsten Müller, Pressesprecher des Unternehmens.

Demnach übernimmt Annington das gesamte, gut 30 000 Wohnungen umfassende Portfolio der Vitus-Gruppe, zu deren Gesellschaften unter anderem die "Gemeinnützigen Eisenbahn-Wohnungsgesellschaft mbh Wuppertal" (GEWG) mit den Opladener Wohnungen gehört.

Über die Bühne gehen soll das Geschäft Ende dieses Jahres. Unter anderem müssten laut einer Mitteilung von Annington Kartellbehörden und Vitus-Gesellschafter noch zustimmen. Um wie viele Wohnungen es in Opladen genau geht, könne er erst heute mitteilen, sagte Müller.

Während bei Vitus weder telefonisch jemand erreichbar war, noch per E-Mail geantwortet wurde, waren auch von der GEWG gestern keine exakten Angaben zu bekommen. In Wuppertal verwies ein Mitarbeiter an ein Beratungsunternehmen in Berlin. Die zuständige Mitarbeiterin sei krank, hieß es dort.

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Es dürfte sich aber um mehrere Hundert Wohnungen handeln. Vor fast zehn Jahren bezifferte die GEWG die Zahl auf 990. "Einige sind aber bereits verkauft", sagte ein fachkundiger Gesprächspartner, der genau wie ein Experte in Sachen Leverkusen Wohnungsmarkt namentlich lieber nicht genannt werden wollte. Beide sehen das geplante Geschäft mit einiger Skepsis. Annington ist seit vorigem Jahr Aktien-Unternehmen und "also solches der Rendite verpflichtet", hieß es.

Es gebe eine Reihe unschöner Beispiele, in denen solche Besitzerwechsel zulasten der Mieter gegangen seien. Dabei herrsche bereits jetzt Leerstand und deutlicher Sanierungsbedarf bei den Bahner-Wohnungen — von Letzterem zeugt das grüne Netz am Hochhaus an der Friedrich-List-Straße, das seit inzwischen mehr als fünf Jahren dort hängt.

"Vorerst bleibt abzuwarten, was Annington dort vorhat", merkte der Wohnungs-Fachmann an. Immerhin habe das Gebiet durch die Entwicklung der Neuen Bahnstadt mittelfristig eine gute Perspektive. "Es kann niemand wollen, dass am Westrand davon eine Trümmerlandschaft existiert." Unter einigen Mietern der betroffenen Wohnungen machte der Eigentümerwechsel mittlerweile bereits die Runde. Und manchem schwant offenbar nicht gerade das Beste. "Es wird schon gemutmaßt, dass die Mieten um zwei Euro pro Quadratmeter steigen werden", berichtete ein Betroffener.

(zill)