Leverkusen: Derby-Sieg und Abschlepp-Ärger

Leverkusen: Derby-Sieg und Abschlepp-Ärger

Bayer 04 schlug den rheinischen Rivalen Köln 2:1. Polizei behielt Lage im Griff. Autos von Falschparkern am Haken.

Die Situation: Fast pünktlich mit dem Anpfiff von Bayer 04 gegen 1. FC Köln zelebrierte die Stadt Leverkusen am Samstag ihr eigenes Spiel: das Abschleppen von Falschparkern. Ein Ort: die Bismarckstraße gegenüber der Einmündung Bebelstraße. Drei Fahrzeuge aus EU, BM und GL stehen im absoluten Halteverbot. Der Bereich ist lediglich zu Bayer 04-Spielen für Taxis reserviert.

Beim Anmarsch der Ultras zum Stadion wurde Pyrotechnik gezündet. Im Stadion selbst gab es zum Glück dann kein Feuerwerk mehr. Foto: Miserius

Nur wenige Minuten nach dem Auftauchen der Politessen rollen zwei Abschlepper an. Sie haben Routine. Zehn Minuten später sind die Falschparker verladen, ab geht es mit den Pkw auf den Betriebshof des Unternehmens in der Fixheide.

Eine Anwohnerin, die ihren Hund ausführt, schüttelt über das Geschehen verärgert den Kopf und fragt einen Passanten: "Finden Sie das richtig? Ich nicht!" Bei jedem Heimspiel von Bayer 04 würde fleißig abgeschleppt. Das sei ja eine tolle Werbung für die Stadt Leverkusen. Fast immer handele es sich um auswärtige Besucher.

Foto: Uwe Miserius

Die Frau hat recht. Seit Jahren spielt sich dieses Abschleppszenario genau an dieser Stelle ab (wir berichteten). Außerhalb von Bayer 04-Spielzeiten darf dort geparkt werden, die Fahrbahn ist mit weißen Markierungen versehen. Bei Heimspielen klappt die Stadt zwei Halteverbotsschilder auf und erklärt vier bis fünf Stellplatzlängen zur Verbotszone.

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Dass dort trotzdem geparkt wird, ist sicher. Abschleppen ist ebenfalls garantiert. Die Politessen können sich das schon routinemäßig auf ihren Arbeitszettel notieren. Die Stadt beruft sich darauf, dass die Stelle ordnungsgemäß ausgeschildert ist. Recht hat sie, aber ist dieses jahrelange Prozedere auch richtig?

Zumindest die Anwohnerin hat da ihre Zweifel. Sie findet, die Stadt müsse schon aus Imagegründen das Falschparken irgendwie verhindern. Immerhin wird unmittelbar daneben vor dem Spiel das Linksabbiegen in die Bebelstraße auch mit Baken und Flatterband verhindert, um Staus zu vermeiden.

Auch dafür rückt der städtische Bauhof aus. Warum gehe Ähnliches nicht an dem Parkstreifen? Haben tatsächlich nach Spielende dort Taxen auf Kunden gewartet, waren ihnen drei Fahrten wahrscheinlich garantiert: mit den fahrzeuglosen Fahrern zum Abschleppunternehmen in die Fixheide.

Ansonsten behielt die Polizei die angespannte Lage vor und nach dem rheinischen Fußball-Derby mit starken Kräften fest im Griff. Es gab kleinere Zwischenfälle: Beim Anmarsch über die Bismarckstraße zur BayArena zündeten Bayer-Fans Pyrotechnik. Frustrierte FC-Anhänger hoben nach ihrer Niederlage im Stadion ein Eisentor aus der Verankerung, wurden aber von Polizei und Ordnern an einem möglichen Platzsturm gehindert.

(RP)