Kommentar: BrisanteFinanzierung

Kommentar: BrisanteFinanzierung

Die städtische Wirtschaftsförderungsgesellschaft (WFL) ist eine kommunale Firma, die weitgehend unbemerkt von der Öffentlichkeit agiert. Diese eigenständig organisierte Abteilung soll Firmen in Leverkusen halten oder nach Leverkusen holen, also im besten Fall Arbeitsplätze in der Stadt sichern und schaffen. Eine Aufgabe für Fachleute aus der Wirtschaft, denn die Konkurrenz in Nachbarstädten schläft nicht. Die WFL wird politisch kontrolliert und ist ein Tummelfeld für den Stadtrat, in dem die meisten Volksvertreter (Ausnahmen bestätigen die Regel) von Tuten und Blasen keine Ahnung haben. Diese Kommunalpolitiker, die oft noch nie eine Firma geleitet, geschweige große Personalverantwortung hatten oder Abläufe in der Wirtschaft aus eigener Erfahrung kennen, wollen der WFL aber vorschreiben, wie es zu laufen hat mit dem Anlocken von Firmen.

Die Wirtschaftsförderer sollen natürlich Premiumaktionen fahren, dies aber zu Kosten auf Aldi-Niveau. Die WFL von einem hauptamtlichen Geschäftsführer leiten zu lassen, ist grundsätzlich richtig. Der Mann, die Frau brauchen dann volle Unterstützung und viel freie Hand. Die Sparkasse soll den WFL-Chef indirekt bezahlen, dafür hat er für die Sparkasse zu werben. Eine rechtlich höchst brisante Konstruktion, zumal damit Volksbanken und andere Geldinstitute ein weiteres Mal vor die Tür gesetzt werden.

(RP)