Leichlingen: „Streichturm“ — der ganze Stolz der Feuerwehr

Leichlingen : „Streichturm“ — der ganze Stolz der Feuerwehr

30 Jahre hat's gedauert. Jetzt steht der Schlauchturm endlich. Dort können bis 128 Schläuche computergesteuert getrocknet werden.

Leichlingen Dieser Neubau dürfte in die Stadtgeschichte eingehen: Vielleicht nicht unbedingt als längster Turm, so aber doch als derjenige mit der längsten Planungszeit. Im Beisein von Vertretern diverser Löschzüge und städtischer Mitarbeiter war am Freitag offizielle Einweihung des neuen und 16,50 Meter hohen Schlauchturms auf dem Gelände der Freiwilligen Feuerwehr Am Wallgraben.

Über 30 Jahre wurde der Turmbau immer wieder verschoben, weil es entweder kein Geld im Stadtsäckel gab oder andere Aufgaben vorgezogen wurden. Auch deshalb hatte das Bauwerk von Stadtbrandinspektor und Zugleiter Ronald Hillbrenner den Beinamen "Streichturm" erhalten. Statt mit der Vergangenheit zu hadern offenbarte er jedoch mit Bürgermeister Ernst Müller seine Freude darüber, dass der Turm doch noch Realität geworden ist. Rund 180 000 Euro hat die Stadt Leichlingen investiert, finanziert aus Mitteln des Konjunkturpakets II der Bundesregierung. Die reine Bauzeit betrug vier Monate von Oktober bis Januar. Bis zu 128 Schläuche können computergesteuert auf 16 Bahnen im Turminneren zum Trocknen aufgehängt werden. Bislang mussten mehr als 150 Aktive die signalfarbenen, unterschiedlich langen und breiten C- und B-Schläuche stets auf dem Kellerboden unterhalb der Fahrzeughalle ausbreiten, gleich neben der Schlauchwaschanlage, in der die Röhren nach dem Einsatz mit 16 Bar Druck gereinigt werden. Das war nicht gut fürs Material. Schimmelte die Gummierung im Inneren oder wurde sie porös, so galt das nicht alleine als Hinweis auf unfachgerechtes Trocknen, sondern stellte zugleich eine Sicherheitslücke dar. "Der Turm ist ein absoluter Sicherheitsgewinn", betonte Hillbrenner.

Er könne sich darüber hinaus gut vorstellen, die freie Außenfläche mit der rot angestrahlten Notrufnummer 112 effizient zu nutzen. Zum Beispiel zur Werbung von dringend nötigem Nachwuchs. Froh über den Turm ist speziell ein Mann: Andreas Hartwig, seit Oktober Leichlingens erster hauptamtlicher Gerätewart. Der 36-Jährige ist neben Wartung und Instandhaltung des Fuhrparks auch für Prüfung, Reparatur und Austausch von Material zuständig. "Die Arbeitserleichterung ist extrem hoch", sagte er. Es könnten Materialkosten aufgrund längerer Lebensdauer gespart werden. Apropos Kosten: Wäre der Turm vor 30 Jahren und zeitgleich mit dem Umzug der alten Feuerwache Am Hammer zur neuen Am Wallgraben errichtet worden, so hat Bürgermeister Müller errechnet, wären die Kosten fast doppelt so günstig gewesen.

(url)
Mehr von RP ONLINE