Leichlingen: Gesucht: eine Wohnung für Meramawit und Mekdelawit

Leichlingen: Gesucht: eine Wohnung für Meramawit und Mekdelawit

Aufgeweckt schauen Meramawit und Mekdelawit auch fremde Besucher an, mit großen Augen verfolgen sie das Geschehen um sich herum. Die beiden Mädchen sind erst drei Monate alt, noch ganz klein und zart. In Bremen hat Mutter Mekdes Heyeli sie vor einem Vierteljahr zur Welt gebracht, allerdings bereits im sechsten Schwangerschaftsmonat. Die viel zu früh geborenen Zwillinge sind beide nicht gesund: Die kleine Meramawit hat Probleme mit dem Herzen, Mekdelawit unter anderem mit der Schilddrüse und dem Nabel. Vielleicht wachsen sich die Krankheiten aus, sicher ist es aber nicht.

"Ich fahre mit den Kindern regelmäßig zur Behandlung und für neue Medikamente ins Klinikum Leverkusen", erzählt Mekdes Heyeli (23). Das ist aktuell nicht einfach: Seit sechs Wochen wohnt die junge Frau, die vor zwei Jahren aus Eritrea nach Deutschland kam, mit ihren Zwillingen im Pilgerheim Weltersbach. Dort hat sie einen Raum zum Schlafen, Kochen, Wohnen und ein Bad, lebt mit den Kindern auf rund 22 Quadratmetern. Vater und Ehemann Bereket Beraki (28) hat ein Doppelzimmer in der städtischen Unterkunft am Stockberg, genießt in Deutschland zumindest für drei Jahre subsidiären Schutz. Wenn er nicht als Produktionshelfer arbeitet, ist er häufig bei seiner kleinen Familie im Pilgerheim.

Zwei andere Männer aus Eritrea haben Klaus Reuschel-Schwitalla vor einiger Zeit auf die Vier aufmerksam gemacht. "Wir suchen für die Familie dringend eine Wohnung", sagt er, der sich in der Leichlinger Flüchtlingshilfe engagiert. Zentraler solle sie sein, um besser zum Krankenhaus und zurück zu kommen. Und möglichst zwei Zimmer haben, um Kochen und Schlafen trennen zu können. "Wir machen niemandem einen Vorwurf, nicht der Stadt und schon gar nicht dem Pilgerheim. Die Familie ist dankbar für die Unterkunft", sagt Schwitalla. Aber das Angebot an geeignetem Wohnraum sei in Leichlingen sehr klein, über den Aufruf hoffe man auf Unterstützung aus der Bevölkerung.

"Es ist sehr schwierig, im Bus mit dem Zwillingskinderwagen ins Klinikum zu kommen", erzählt die Mutter. Eine Gemeinschaftsunterkunft komme für sie nicht in Frage, weil sie die Kinder nicht unbeaufsichtigt lassen könne, wenn sie etwa in einer Küche in einem anderen Stockwerk sei. Da der Vater Geld verdient und die Mutter als Flüchtling Unterstützung vom Sozialamt bekommt, könnten die beiden orthodoxen Christen zwischen 400 und 500 Euro für eine Zwei-Raum-Wohnung ausgeben. Sie müsste in Leichlingen sein, weil das Paar Residenzpflicht hat. Wer helfen will, kann unter 0151 67513022 anrufen.

(RP)