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Langenfeld/Monheim: Vier Autos in nur drei Tagen gestohlen

Langenfeld/Monheim : Vier Autos in nur drei Tagen gestohlen

Im ganzen Jahr 2012 wurden in Langenfeld 22 geparkte Autos entwendet. Polizei vermutet "reisende Tätergruppen"..

Autodiebe sind zurzeit in Langenfeld aktiver denn je. Die Polizei meldete gestern zwei weitere Fälle: Am Auguste-Piccard-Weg entwendeten Unbekannte einen Audi A 3, am S-Bahnhof einen Ford Fiesta. Damit hat sich die Zahl der seit Montagabend in Langenfeld gestohlenen Fahrzeuge auf vier erhöht. Zum Vergleich: Im gesamten Jahr 2012 gab es in der Posthorn-Stadt ganze 22 Autodiebstähle.

Nach Angaben von Polizeisprecher Ulrich Löhe gibt es zu den jüngsten Fällen noch keine Zeugenhinweise. "Glassplitter wurden an keinem der vier Tatorte gefunden und deshalb wissen wir nicht, wie die Wagen geöffnet und gestartet wurden. Oder ob womöglich ein Tieflader zum Abtransport eingesetzt wurde. Wir hoffen, dass irgendjemand etwas beobachtet hat."

Der am Berghausener Auguste-Piccard-Weg zwischen Dienstag, 20 Uhr, und Mittwoch, 18 Uhr, verschwundene Audi A 3 ist schwarz, sieben Jahre alt und hat einen Zeitwert von 10 000 Euro. Mit dem Kennzeichen ME-DJ 2308 stand er am Fahrbahnrand. Auf dem Parkplatz Katzbergstraße am S-Bahnhof hatte eine 22-jährige Langenfelderin am Mittwoch um 6.45 Uhr ihren schwarzen Ford Fiesta mit dem Kennzeichen ME-UL 1955 abgestellt und die Schlüssel in ihren Rucksack gesteckt. Als sie um 15.45 Uhr mit der S-Bahn zurückkehrte, bemerkte sie zunächst den Diebstahl des Schlüssels und dann des Autos. Der fünf Jahre alte Wagen in Sportausführung soll noch 7500 Euro wert sein. Wie die RP bereits berichtete, waren zuvor ein noch 50 000 Euro teurer Toyota-Geländewagen und ein VW-Kombi mit einem Wert von 10 000 Euro gestohlen worden.

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Ohne bislang gesicherte Erkenntnisse zu haben, geht Löhe nach polizeilichen Erfahrungswerten davon aus, dass zumindest der Geländewagen schon in weiter Ferne und/oder ausgeschlachtet ist. "Solche teuren Fahrzeuge werden überwiegend von reisenden Tätergruppen gestohlen und dann schnell ins - vor allem osteuropäische - Ausland gebracht." Deshalb werden entwendete Fahrzeuge zur internationalen Fahndung ausgeschrieben.

Erst vor wenigen Wochen wurden in Polen Mitglieder einer litauischen Autoschieber-Bande verhaftet, die auch in Langenfeld zugelangt hatte. Die hatten es laut Löhe offensichtlich gezielt auf neuwertige Honda-Fahrzeuge der Baureihe CR V abgesehen. "Dieses Modell ist nicht so gängig, weiß ich. Ich habe nämlich selber so ein Auto. Ganz sicher stahlen sie auf Bestellung."

Erbeutete Mittelklassewagen werden nach Löhes Worten oftmals für weitere Straftaten eingesetzt und danach irgendwo stehen gelassen. "Gerade bei den reisenden Tätergruppen aus Osteuropa gibt es da oft Verquickungen. Die bauen aus mehreren geparkten Autos Navigationsgeräte aus und nehmen sich zum Abtransport des Diebesguts noch einen Wagen dazu."

Zusätzlich sichern lässt sich ein Auto mit der so genannten Kralle, einer Eisenstange, die, zwischen Lenkrad und Gaspedal gespannt, beide blockiert. Diese in anderen Staaten verbreitete Vorsorge ist in Deutschland eher unüblich. Warum das so ist? "Das Anbringen dieser Kralle bedeutet schon einen Aufwand", merkt Löhe an. "Ob sich der lohnt, muss jeder, der auf der Straße parkt, für sich entscheiden. Es werden ja in aller Regel eher Navis gestohlen als ein ganzes Auto." Für durchaus sinnvoll hält der Polizeisprecher hingegen gerade bei den teuren Autos den Einbau eines Ortungssystems. "Damit wurden auch schon im Kreis Mettmann gestohlene Autos aufgespürt."

Auftragsdiebstahl vermutet Ulrich Löhe auch im Falle der zwölf im letzten halben Jahr aus Monheimer Tiefgaragen gestohlenen Motorräder. "Dass solche Fälle zuletzt vor allem aus Hilden und dem nördlichen Kreisgebiet gemeldet wurden, stützt unsere Vermutung, dass es sich um reisende Diebesbanden handelt."

(RP/rl/ila)