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Motorsport: Aufregend: Neues Auto, neue Serie, neue Regeln

Motorsport : Aufregend: Neues Auto, neue Serie, neue Regeln

Porsche-Werksfahrer Jörg Bergmeister freut sich auf den Saisonstart der World Endurance Championship am Sonntag in Silverstone.

Irgendjemand muss sich wohl gedacht haben, dass ein Rennen über sechs Stunden zu langweilig werden könnte. Sonst wäre für die World Endurance Championship (WEC) vermutlich kaum ein Qualifying-Modus auf der Tagesordnung gelandet, bei dem es noch mehr als sonst auf jeden Bruchteil einer Sekunde ankommt. Jörg Bergmeister bringt es vor dem Saisonstart 2013 am Sonntag in Silverstone (England) auf den Punkt. "Viel darf da nicht passieren", sagt der Langenfelder Porsche-Werksfahrer, der vor einer doppelten Premiere steht. Nach vielen und erfolgreichen Jahren in der American Le Mans Series (ALMS) ist die WEC sein neuer Arbeitsbereich — und zugleich geht der neue Porsche 911 RSR in sein Renn-Debüt.

Bergmeister kam beim Studium des WEC-Regelwerks ins Staunen. In Silverstone stehen fürs Qualifying, das über die Startaufstellung fürs Rennen entscheidet, genau 20 Minuten zur Verfügung — was in der ALMS ähnlich war. Während dort aber die jeweils schnellste Runde in die Wertung kam, ist jetzt alles anders. Zwei Fahrer eines Teams müssen auf demselben Reifensatz jeweils zwei gezeitete Runden hinlegen und alle vier Werte werden zunächst addiert. Anschließend ergibt sich daraus ein Durchschnittswert, der die Reihenfolge festlegt.

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Bergmeister, der sich beim Dienst am Steuer des Porsche mit Patrick Pilet (Frankreich) und Timo Bernhard (Bruchmühlbach-Miesau) abwechselt, kann mit Druck gut umgehen — wie auch die Kollegen aus dem Werksteam Porsche AG Team Manthey. Beim Nachrechnen ergibt sich jedoch, wie eng der Plan gestrickt ist. Für den 5,981 Kilometer langen Kurs sind pro Runde etwa zwei Minuten zu veranschlagen. Mit Einführungsrunde (In-Lap), zwei Zeitrunden und der Runde zurück in die Box (Out-Lap) ist jeder Fahrer etwa acht Minuten unterwegs. Daraus folgt, dass größere Schwierigkeiten oder Störungen nicht vorkommen dürfen — selbst dann nicht, wenn die erste vermerkte Runde am Ende die Bestmarke sein sollte.

Bergmeister, der Herausforderungen gerne annimmt, wirkt unter dem Strich trotz aller Unwägbarkeiten gelassen. "Ich freue mich, dass es losgeht", betont der 37-Jährige, "aber es ist natürlich schwierig, eine wirkliche zutreffende Einschätzung abzugeben." Was er damit sagen will: Bis jetzt war alles Vorbereitung und nun kommen die Karten bei allen auf den Tisch. Langeweile sieht eigentlich etwas anders aus.

(RP/rl)