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Langenfeld/Monheim: Städtische Brücken nach Plan erneuern

Langenfeld/Monheim : Städtische Brücken nach Plan erneuern

Das Institut für Urbanistik schürt mit einer Studie Sorgen über marode Straßenbrücken. Die RP beleuchtet die Lage.

Seit fast einem Jahr machen die aus Sicherheitsgründen veranlassten Einschränkungen auf den Leverkusener Autobahnbrücken Berufspendlern, Speditionen und sonstigen Autofahrern das Leben schwer. Darüber hinaus haben sie den Blick auf den Zustand der Brücken im Allgemeinen gelenkt. Das Institut für Urbanistik (Difu) schürt Sorgen über eine marode Verkehrs-Infrastruktur mit einer aktuellen Studie über kommunale Straßenbrücken. Danach müssten aufgrund ihres bedenklichen Zustands angeblich über 10 000 solcher Brücken bis 2030 ersetzt und bundesweit jede zweite der 66 700 kommunalen Brücke saniert werden.

Angesichts solcher Expertenschätzungen klingen die Antworten recht entspannt, die der RP bei einer Anfrage in den beiden Rathäusern gegeben wurden. "Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht", verweist der Langenfelder Verkehrsplaner Wolfgang Honskamp auf ein Brückenkataster. Darin seien zu allen 104 städtischen der insgesamt 271(!) Brücken in der Posthornstadt die Ergebnisse der im Drei-, beziehungsweise Sechs-Jahres-Rhythmus vorgeschriebenen Überprüfungen nachzulesen.

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Den Ablauf solcher Kontrollen erläutert Günter Mielke, seit 15 Jahren im Thema und als Bauingenieur mit spezieller Statik-Ausbildung im Langenfelder Rathaus für diese Aufgabe geradezu prädestiniert. "Bei der Zwischenprüfung reicht eine optische Kontrolle, bei der Hauptprüfung nach sechs Jahren folgen intensive Material-Untersuchungen." Jedes Jahr prüft Mielke nach eigenen 33 Brücken, das heißt, nach drei Jahren fängt alles wieder von vorne an.

Die Brücke an der Hochstraße über den Galkhausener Bach ist sein aktueller Problemfall. Die letzte Kontrolle des um 1920 errichteten Bauwerks zeigte nach Mielkes Worten vor drei Jahren bröckelnden Beton und korrodierende Stahlteile an der Kappenträgerkonstruktion. "Nach einer Überprüfung wurde die Brücke für Fahrzeuge über 12 Tonnen gesperrt." Im Frühjahr 2014 werde eine neue Stahlbetonbrücke errichtet; die Kosten sollen bei rund 200 000 Euro liegen. "Die verkehrliche Einschränkung auf der Hochstraße kann dann aufgehoben werden", sagt Mielke. Für den Unterhalt der Brücken (Anstrich, Reparaturen,) stehen im kommunalen Haushalt rund 25 000 Euro jährlich zur Verfügung. Mehr als doppelt so teuer sei mit 54 000 Euro vor einigen Jahren die Erneuerung des Gehwegbereichs der 1926 errichteten Brücke an der Kaiserstraße gewesen, die über den Burbach führt.

54 kommunale Brücken hat in Monheim Andreas Apsel im Blick. Der städtische Bau-Fachbereichsleiter verwies im Gespräch mit der RP auf jeweils angefertigte Prüfpläne und -berichte mit Aussagen zu Standsicherheit, Verkehrssicherheit und Dauerhaftigkeit. "Abplatzender Beton, Risse im Holz, defekte Wasserabläufe", sind nach den Worten des Diplom-Ingenieurs die klassischen Mängel. "Die letzte größere Instandsetzung war das Brückengeländer an der Baumberger Chaussee, das nach 25 Jahren neu gestrichen und aus Sicherheitsgründen erhöht wurde."

Die eigenen Brücken seien o.k., so lautet die Nachricht aus den beiden Rathäusern. Kritisch beäugen die städtischen Verkehrsplaner indes, was an den übrigen Brücken passiert — oder eben nicht. In Langenfeld ist bei 52 Brücken der Bund zuständig, bei 26 das Land NRW und bei 17 die Bahn AG. Die dortigen Bauverantwortlichen sehen "keine aktuellen Risiken in Langenfeld und Monheim". So äußert sich zumindest für den Landesbetrieb Straßenbau NRW dessen Sprecher Bernd Löchter. Das grundsätzliche Problem bestätigt er indes: "Ein Großteil der Brücken in NRW wurde in den 60er- und 70er-Jahren gebaut. Vor allem bei ihnen besteht Handlungsbedarf. Sie sind ursprünglich für deutlich geringere Verkehrsbelastungen geplant und gebaut worden."

(mmo)