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Handball: Charakterfrage: Trainer Leszek Hoft von seiner Mannschaft begeistert

Handball : Charakterfrage: Trainer Leszek Hoft von seiner Mannschaft begeistert

Handball-Oberligist SG Langenfeld musste personell viel rotieren. Ein guter Start und eine starke kämpferische Leistung brachten das 36:29 beim TV Vorst.

Trainer Leszek Hoft hatte den Auftritt des Handball-Oberligisten SG Langenfeld (SGL) beim TV Vorst als Charaktertest definiert — weil viele Spieler verletzt fehlten oder gesundheitlich angeschlagen waren. Deshalb konnte er mit dem Ergebnis gut leben, denn Langenfeld gewann am Ende glatt mit 36:29 (20:13). "Ich ziehe meinen Hut davor, was die Mannschaft heute geleistet hat", fand der Coach, dessen Team mit 10:2 Punkten weiter der erste Verfolger des Tabellenführers HG Remscheid ist (10:0) und nun in der zweiwöchigen Pause (Herbst-Schulferien) die Akkus aufladen kann.

Dass eine Auffrischung dringend erforderlich ist, wurde früh deutlich. Auf der Bank saßen sogar Co-Trainer Dennis Werkmeister (als Spieler eingetragen) und Linkshänder Sven Kniesche (Betreuer). Beide hätten im Notfall aktiv eingegriffen, konnten sich jedoch mit moralischer Unterstützung begnügen — und sich so für die Aufgaben mit der zweiten Mannschaft zurückhalten.

Langenfeld begann mit Regisseur Andreas Eich im halblinken Rückraum, weil die dort vorgesehenen Stammkräfte gar nicht (Dawid Rosiak, Mirko Stolley) oder eher eingeschränkt (Christian Pake) mitmachen konnten. Nach achteinhalb Minuten bekam Matthias Herff bereits eine Atempause — was sich später noch bezahlt machen sollte.

Zu diesem Zeitpunkt führte die SGL unter anderem durch drei Treffer von André Bölken bereits mit 5:1 (9.). Bis zum 7:1 (12.) sahen die Gastgeber hilflos aus — und Langenfeld kontrollierte die Lage trotz permanenter personeller Rotation nach Belieben. Übers 12:5 (17.), 14:7 (23.), 17:10 (27.) und 20:13 (30.) änderte sich daran wenig, ehe die gruselige zweite Hälfte überwiegend eine hektische Mischung aus Patzern jeder Art wurde. Vorst durfte durch seinen unermüdlichen Einsatz auf 15:20 (32.), 18:22 (39.) und 19:23 (42.) verkürzen, weil die SGL viele Bälle ins Nichts spielte und die eine oder andere Chance ungenutzt ließ. Die Gefahr wurde noch größer, als Rechtsaußen Alexander Klimke vom Platz humpelte. Als Ersatz kam Philipp Wolter, der normalerweise genau auf der anderen Seite zu Hause ist und jetzt drüben einsprang.

Ein zusätzlicher Beleg dafür, wie die SGL rotierte: Im linken Rückraum fanden sich auf der Zielgeraden auch Vinzenz Preissegger und Matthias Herff wieder — was sich sehr belebend auswirkte. Mit dem 25:19 (44.) kehrte Langenfeld allmählich in ruhiges Fahrwasser zurück und beim 29:22 (51.) war die Frage nach dem Sieger endgültig beantwortet.

Wie gut Langenfeld als Team funktionierte, unterstrich eine Phase aus der ersten Halbzeit. Da kassierten Torhüter Tobias Hanke, Dustin Thöne und Andreas Nelte nach dem 12:5 (17.) kurz hintereinander eine Zeitstrafe. Vorst produzierte dann in Überzahl zwei unspektakuläre Siebenmetertreffer, während André Eich für das wohl schönste Tor des Tages sorgte. Als die SGL zwei Spieler weniger auf dem Platz hatte, stahl sich Eich links davon und nagelte den Ball förmlich zum 13:6 ins Eck (21.). "Wir haben auch gute Sachen gezeigt", fand Hoft, der insgesamt allerdings angesichts der ungewöhnlichen personellen Umstände keine normalen Maßstäbe anlegen wollte. Dafür ist vermutlich nach der Pause Zeit genug.

SGL: Hanke, Geske — Thöne (2), Majeres (6), Wolter (2), Preissegger (2), Klimke, Herff (4), Werkmeister (nicht eingesetzt), Eich (10/6), Bölken (6), Pake (1), Nelte (3).

(RP)