Monheim: Monheimer bedroht Kiosk-Verkäuferin

Monheim : Monheimer bedroht Kiosk-Verkäuferin

Prozessauftakt vor dem Düsseldorfer Landgericht. Der Angeklagte schweigt zu den Tatvorwürfen.

Scheinbar teilnahmslos verfolgte der Angeklagte die Eröffnung des Hauptverfahrens vor der zweiten großen Strafkammer am Düsseldorfer Landgericht. Dem 33-jährigen Monheimer wird schwerer Raub vorgeworfen. Am 26. Juni 2016 gegen 8.50 Uhr sei er in Naschi's Kiosk an der Krischerstraße 16 gestürmt und habe dort die 40-jährige Verkäuferin mit einem kleineren Küchenmesser bedroht. "Beweg dich nicht, sonst steche ich Dich ab", soll er der Frau zugerufen haben. Dann habe er mehrere Zehn- und Zwanzig-Euro-Scheine aus der Kasse genommen und sei anschließend mit einem Fahrrad geflüchtet. Der Mann machte gestern vor Gericht keine Angaben zur Tat. Der Tatverdächtige, der die Schule nach der 9. Klasse verlassen hatte, lernte Maler und Lackierer. Er ist ledig und hat keine Kinder. Zur Tatzeit bewohnte er ein Zimmer in der Obdachlosenunterkunft an der Niederstraße. Ein Mitbewohner brachte die Polizei auf seine Spur. Der Angeklagte blickt auf viele Vorstrafen, darunter auch einige Haftstrafen zurück. Unter anderem sei er 2012 wegen besonders schweren Diebstahls und Hehlerei zu zweieinhalb Jahren verurteilt worden, so der Vorsitzende Richter. Die Kioskmitarbeiterin, die gestern als Zeugin geladen war, berichtete von Angstzuständen, die sie noch ein halbes Jahr nach dem Überfall geplagt hätten. "Mein Vertrauen ist weg. Ich möchte nie mehr im Einzelhandel arbeiten." An jenem Junimorgen vor fast zwei Jahren sei der Täter plötzlich vom Eingang an die Theke gekommen und habe ihr ein Messer mit einer acht Zentimeter langen Klinge vor den Bauch gehalten. "So eine Art Kartoffelschälmesser." Er habe sie aufgefordert, sich hinzulegen, dabei schnell gesprochen und fahrig gewirkt. Dann habe er Geld aus der Kasse genommen. "Er brauchte lange dafür", berichtete sie. "Das fand ich ziemlich merkwürdig." Auch seien ihm immer wieder Scheine aus der Hand gefallen. Als ein Kunde hereinkam, sei er schnell rausgegangen und habe dabei Geldscheine verloren. Eine Überwachungskamera hat Bilder aufgenommen. Darauf sind der mit einem Kapuzenpulli bekleidete Täter und auch der Kunde zu sehen. Das Gesicht des Räubers ist nicht zu erkennen.

Günther L. wollte sich nur Zigaretten holen. Dass gerade ein Überfall stattgefunden hatte, merkte er zunächst nicht. Der 58-Jährige arbeitet bei einem Sicherheitsdienst und versuchte noch, den Täter zu verfolgen. "Er sah relativ ungepflegt aus." Auf einem Polizeifoto habe er ihn später zu 90-prozentiger Sicherheit erkannt. "Ich habe mir jedes Bild gründlich angesehen." Knackpunkt: Die Beschreibung der Jacke, die der Kunde als weiße Bomberjacke mit bunten Applikationen und die 40-Jährige als hell und lia-grau gemustert schildern, stimmt nicht mit dem Foto der Kamera überein. Der Prozess wird fortgesetzt.

(pc)
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