Langenfeld: Offener Ganztag bleibt eine Baustelle

Langenfeld : Offener Ganztag bleibt eine Baustelle

Nur an der Paulusschule tut sich was. Stadt wartet auf Vorgaben vom Bund.

Es ist gut ein Jahr her, da hat die SPD einen Prüfantrag an die Verwaltung gestellt. Der Grund: An den meisten Grundschulen in Langenfeld ist es zu eng, um ein geregeltes Angebot für den Offenen Ganztag zu leisten. An der Paulusschule etwa mussten sich 180 Kinder 26 Essplätze teilen und in Schichten essen. Auch viele andere Schulgebäude sind nicht gerüstet für den Offenen Ganztag, für den es ab 2025 einen Rechtsanspruch geben soll.

Eltern, Lehrer und Schüler an der Paulusschule können derweil aufatmen. Die Umbauarbeiten an ihrer Schule laufen. 1,3 Millionen Euro gibt die Stadt dafür aus. Zum Ende der Sommerferien 2019 soll die Mensa dort fertig sein. "Bis dahin werden alle mit den Unannehmlichkeiten der Bauarbeiten leben müssen", sagte Fachbereichsleiter Ulrich Moenen im Schulausschuss. Für den Umbau der Paulusschule sowie für den Ausbau des naturwissenschaftlichen Bereichs an der Prismaschule nimmt die Stadt jährlich einen Kredit in Höhe von 641.939 Euro aus dem Förderprogramm "NRW.Bank gute Schule 2020" in Anspruch. Der Ausschuss stimmte dem geschlossen zu. Für die SPD kritisierte Marc Schimmelpfennig, dass mit dem Geld keine neuen, sondern nur laufende Projekte finanziert würden. So sei das Angebot der damaligen SPD-geführten Landesregierung nicht gemeint gewesen.

In Sachen Offener Ganztag (OGS) beschrieb Moenen die ersten Ergebnisse des Arbeitskreises. Dieser hat untersucht, an welchen Grundschulen der Offene Ganztag wie stark genutzt wird und ob es am jeweiligen Standort oder in dessen unmittelbarer Nähe Erweiterungsmöglichkeiten gibt. Danach haben die meisten Grundschulen eine Belegung des Ganztags von etwa 80 Prozent. Aus diesem Raster fallen die Doppelstandorte Friedrich-Fröbel-/Don-Bosco-Schule. Dort nutzen nur 57 Prozent der Kinder den Nachmittagsunterricht. Auch am Fahlerweg beträgt die Quote lediglich 59 Prozent.

Da es zurzeit jedoch von der Bundesregierung noch keine Vorgaben gebe, wie mit dem Rechtsanspruch umzugehen ist und welche Standards gewährleistet sein müssen, sei vieles noch offen, so Moenen. Auch Infos zu Fördergelder gebe es nicht. Moenen brachte deshalb noch keine konkreten Vorschläge mit. Man wolle versuchen, die Lage über die Anmeldungen zu entzerren.

(og)
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