Reusrath: Locher Wiesen - wie ein Schwamm

Reusrath: Locher Wiesen - wie ein Schwamm

Mit dem Ergebnis waren sie erkennbar nicht zufrieden – die Mitglieder der Bürgerinitiative (BI) "Erhalt der Locher Wiesen", die am Donnerstagabend den Stadtpolitikern im Planungsausschuss im Nacken saßen. Denn wie bereits kurz gemeldet, dürfte die von der BI angefeindete Wohnsiedlung eine Nummer größer ausfallen als bislang erwartet. Wie berichtet, befürwortete der Ausschuss mit den Stimmen von CDU und FDP mehrheitlich, in das Plangebiet ein bislang zur Friedhofserweiterung gedachtes Grundstück der katholischen Kirche einzubeziehen. So entstehen Eigenheime und Eigentumswohnungen für bis zu 110 Familien beiderseits des Locher Wegs.

Mit dem Ergebnis waren sie erkennbar nicht zufrieden — die Mitglieder der Bürgerinitiative (BI) "Erhalt der Locher Wiesen", die am Donnerstagabend den Stadtpolitikern im Planungsausschuss im Nacken saßen. Denn wie bereits kurz gemeldet, dürfte die von der BI angefeindete Wohnsiedlung eine Nummer größer ausfallen als bislang erwartet. Wie berichtet, befürwortete der Ausschuss mit den Stimmen von CDU und FDP mehrheitlich, in das Plangebiet ein bislang zur Friedhofserweiterung gedachtes Grundstück der katholischen Kirche einzubeziehen. So entstehen Eigenheime und Eigentumswohnungen für bis zu 110 Familien beiderseits des Locher Wegs.

In einer Sitzungsunterbrechung hatten die Reusrather Anwohner Gelegenheit, ihre Bedenken gegen das von ihnen angefeindete Baugebiet auf den bei Starkregen immer wieder überschwemmten Wiesen vorzutragen und mit Fotos zu verdeutlichen. "Das ist übrigens nicht der Reusrather Bach, sondern der Locher Weg", erläuterte BI-Sprecher Andreas Menzel ein an die Wand projiziertes Gewässer-Bild.

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"Kein Mensch bestreitet solche Überschwemmungen auf diesem Gelände", entgegnete der städtische Planer Wolfgang Honskamp. Aber das habe nichts mit dem Reusrather Bach zu tun, sondern liege daran, dass bei Starkregen Wasser nur unzureichend im Boden versickern könne. Die Locher Wiesen seien eine Mulde mit vergleichsweise dünner Erdschicht, unter der sich oberhalb des Richtung Rhein fließenden Grundwassers eine mehrere Meter dicke Lehmschicht befinde. "Das ist wie ein Schwamm in einer Schale, der eben nur eine bestimmte Menge Wasser aufnehmen kann." Laut Honskamp werden das im Baugebiet geplante Regenrückhaltebecken sowie die mit den Neubauten verbundene Regenwasser-Kanalisation die Verhältnisse nicht nur dort, sondern auch im umliegenden Viertel entlang der Opladener Straße verbessern. Und Bauherren sollen darauf hingewiesen werden, wasserundurchlässige Keller ("weiße Wannen") zu errichten. Die BI sprach sich dennoch gegen das Bauvorhaben aus, bekam Beistand einiger Stadtpolitiker. "Das war ein Rumgeeiere", bewertete Andreas Krömer (BGL) Honskamps Vortrag. "Dieser Bebauungsplan stinkt von A bis Z", haderte Joachim Herzig (SPD) und lehnte sich mit einer Bemerkung weit aus dem Fenster: "Es gab Deals mit Bauherren vorab. Federführend ist dabei Vizebürgermeister Dieter Braschoss." Der Reusrather Braschoss (CDU) verwahrte sich gegen solche Behauptungen. "Ich persönlich habe überhaupt nichts von diesem Bebauungsplan und auch mit niemandem einen Deal abgeschlossen."

CDU und FDP befürworteten mit ihrer Mehrheit das Bebauungsplanverfahren für das ums Kirchengrundstück erweiterte Gelände. Beschlossen ist parallel eine Bürgerversammlung. Dort wird dann weiter informiert werden über den von Planer Tobias Rasch vorgetragenen Vorschlag eines Verkehrsgutachtens, den als Sperre gegen Schleichverkehr gedachten Poller zu entfernen und den Locher Weg verkehrsberuhigend umzugestalten.

(RP/ac)