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Langenfeld: Nach Unwetter: Versicherer geben Rat

Langenfeld : Nach Unwetter: Versicherer geben Rat

Auch ohne generelle Pflicht wappnen sich Gebäudeeigentümer meist gegen Gewitterschäden. Zusatzversicherungen zahlen bei PC-Schäden.

Wie am Donnerstag erlebt, gehören zu hochsommerlichen Temperaturen im Rheinland auch heftige Gewitter. Wenn am Ende einer Hitzeperiode die feucht-warme Luft auf eine Kaltfront trifft, knallt es gehörig. Und da fällt auch mal kurzzeitig, wie jetzt geschehen, der Strom aus. Im vergangenen Jahr traf ein Blitz den Spitzboden eines Hauses in der Reusrather Grünewaldstraße. Dank der Feuerwehr hielt sich der Schaden dort in Grenzen, ein gleichzeitiger Blitzeinschlag in einer Wiescheider Telefonanlage blieb zunächst unbemerkt.

So spektakulär Blitz und Donner gerade an heißen Tagen auch sind: "Wir haben keine auffallende Zunahme solcher Gewitter", sagt Heinz Josef-Brand. Der Leiter der Langenfelder Feuerwehr bestätigt damit die Aussage örtlicher Versicherungsagenturen, die keine Schadenshäufungen infolge von Unwettern beklagen. Zu dieser positiven Einschätzung tragen vermutlich auch die vorsorglichen Schutzmaßnahmen bei, die Gebäudeeigentümer, Feuer- und Rettungswachen und die im ungünstigsten Fall unmittelbar Betroffenen treffen — beziehungsweise treffen sollten.

Zwar gibt es weder eine generelle Pflicht, auf Häusern Blitzableiter zu installieren, noch eine Vorschrift, nach der Hauseigentümer unbedingt eine Versicherung gegen Feuer-, Sturm- und Leitungswasserschäden abschließen müssen. Doch in vielen Fällen fordert die Versicherung einen entsprechenden Blitz-Schutz. Vor allem wird keine Bank ein Wohngebäude finanzieren, das nicht umfänglich gegen solche Risiken versichert ist. Feuer infolge Blitzschlags ist daher eher selten, mehr Aufmerksamkeit muss bei der zunehmenden Technisierung dem Schutz vor Spannungsschäden gelten. Ein Blitzeinschlag in der Nähe kann zu Spannungsspitzen führen. Zum Schutz von PC, Telefon, TV usw. bieten sich Steckdosenleisten mit Überspannungsschutz an, noch besser ist es, wenn die Hauseinspeisung bzw. der Verteilerkasten gegen Überspannung gesichert sind.

"Die ganz neuen Hausratversicherungen bieten einen Schutz vor Spannungsschäden", erklärt die örtliche Allianz-Vertretung. Was im Umkehrschluss bedeutet, dass ältere Versicherungsverträge kritisch geprüft werden sollten. Weil Versicherungen lieber Schäden vermeiden als Schadensfolgen zu finanzieren, warnt zum Beispiel die "Provinzial" ausgesuchte Kunden vor heranziehenden Unwettern.

So erhält das städtische Gebäudemanagement im Langenfelder Rathaus ("Alle städtischen Gebäude verfügen über Blitzableiter") einen Hinweis auf drohende Unwetter. Von dort werden per E-Mail Hausmeister und andere Mitarbeiter informiert mit der nachdrücklichen Bitte, Fenster zu schließen, Jalousien und Markisen heraufzufahren. Die Feuer- und Rettungswache an der Lindberghstraße erhält gegebenenfalls eine Unwetterwarnung von der Kreisleitstelle. "Wir lösen aber keinen Voralarm aus", erklärt Brand. Schließlich sei die Organisation der Rettungskräfte generell darauf ausgelegt, "auf plötzliche Vorkommnisse angemessen zu reagieren". Erst wenn Schäden auftreten, werden die Mitglieder der Freiwilligen Wehr über die übliche Meldekette (Piepser) alarmiert.

(mmo)