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Langenfeld/Monheim: Wettbewerb um Neubürger

Langenfeld/Monheim : Wettbewerb um Neubürger

Langenfeld und Mettmann sind die einzigen Städte des Kreises, in denen die Einwohnerzahl im Zehn-Jahres-Vergleich gestiegen ist. Monheim verlor rund 1000 Einwohner. Langfristig soll der Kreis von Düsseldorf profitieren.

Langenfeld steht besser da als die anderen neun Städte im Kreisdurchschnitt: Vom Jahr 2000 bis 2011 sind die Einwohnerzahlen der Posthorn-Stadt gestiegen. Damit ist Langenfeld eine positive Ausnahme: Einzig Mettmann verzeichnete in diesem Zeitraum ebenfalls ein Einwohnerplus.

Der Kreis selbst verliert hingegen: Lebten vor zwölf Jahren noch 507 699 Menschen hier, so waren es im vergangenen Jahr nur noch 494 457. Auch Monheim liegt im Minus. Das geht aus einem jetzt veröffentlichten Bericht des Statistischen Landesamtes Nordrhein-Westfalen hervor.

Langenfeld ist in dem Jahrzehnt um rund 800 Einwohner gewachsen, auf mehr als 59 000. Die Stadt prosperiert wirtschaftlich und weist weiter Neubaugebiete aus. Dabei setzen die Verantwortlichen im Rathaus auf "Verdichtung" bestehender Ortsteile wie zum Beispiel an der B 8 in Berghausen, wo bis zu 300 Wohneinheiten entstehen sollen. Aber auch diese Verdichtung ist nicht unumstritten, wie Einwände von Anwohnern gegen die geplante Bebauung auf den etwa 16 Hektar Wiese am "Berghausener Blumentopf" zeigen. Auch an den "Locher Wiesen" in Reusrath gibt es — von der Ratsopposition unterstützte — Proteste. Die Gegner befürchten eine Überlastung der Infrastruktur (Verkehr, Entwässerung) und den Verlust von Grünflächen.

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Ähnlich ist auch die Situation in Baumberg-Ost, wo die Stadt Wohnbebauung für junge Familien ermöglichen will. Sie versucht damit, dem Bevölkerungsrückgang entgegenzuwirken, aber auch einer drohenden Überalterung Einhalt zu gebieten. Und auch in Monheim wird verdichtet, werden zum Beispiel größere Gartenareale bebaut.

Die meisten Einwohner zählte die Gänseliesel-Stadt 2002: 44 241 waren es damals am Jahresende. Inzwischen sind es etwa 1000 weniger. "Umkehren lassen wird sich dieser Trend nicht, dafür fehlt einfach der Platz für große Siedlungsprojekte, wie sie früher stattfanden", sagt Stadtsprecher Michael Hohmeier. Überdies leben heute in jedem Haushalt im Durchschnitt weniger Menschen als noch vor zwei Jahrzehnten. "Wenn neue Wohnungen entstehen, bedeutet dies also nicht, dass automatisch auch die Einwohnerschaft wächst."

Platznot als Helfer

Landrat Thomas Hendele glaubt indes, dass der Kreis langfristig profitieren wird. "Es ist völlig klar, dass Düsseldorf die Nachfrage in der eigenen Stadt nicht befriedigen kann", sagt Hendele. "Wir sind in Kontakt und wollen helfen." Das bedeutet: Der Kreis hofft, dass Menschen, die in Düsseldorf keine Wohnung oder kein Baugrundstück finden, in den Kreis Mettmann ausweichen. In der Regionalplanung müssten daher "angemessen und vernünftig" neue Baugebiete berücksichtigt werden. Das sei eine Gratwanderung: Die "wunderschöne Landschaft" des Kreises solle "nicht zubetoniert" werden.

(RP/rl)