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KFC Uerdingen: KFC darf nicht für Sex-Club werben

KFC Uerdingen : KFC darf nicht für Sex-Club werben

Der KFC Uerdingen wollte am gestrigen Dienstagabend beim Fußball-TV-Spiel gegen Aachen einen Saunaclub aus Bochum, der im Internet für seine käuflichen Damen wirbt, auf seinem Trikot bewerben. Das hat der Fußballverband Niederrhein untersagt.

Der Fußballverband Niederrhein (FVN) hat dem KFC Uerdingen gestern untersagt, auf seinen Trikots für einen Saunaclub Werbung zu machen, in dem man unter anderem Sex gegen Geld haben kann. Die Uerdinger hatten vorgehabt, den Club aus Bochum am Dienstagabend im Fernsehspiel der Regionalliga gegen Alemannia Aachen einmalig als Sponsor des Tages zu präsentieren; Vorsitzender Lakis hatte beabsichtigt, seinen Firmennamen vom Trikot herunter zu nehmen und somit den Platz freizuräumen.

Auf dem Trikot selbst sollte die Internetadresse des Clubs abgebildet werden, sagte Sportpalast-Inhaber Hartmut Oehmen, der die Trikots beflocken sollte. Der Saunaclub selbst war eine Notlösung: Ursprünglich wollten die Uerdinger für ein Ticket-Unternehmen werben, doch der Deal kam nicht zustande. Die Trikots wollte der KFC anschließend über das Internet versteigern.

Gegen die FVN-Statuten

"Diese Trikotwerbung verstößt gegen die Ethik-Statuten des Deutschen Fußball-Bundes und wird daher nicht genehmigt", bestätigte FVN-Sprecher Peter Hambüchen auf Anfrage unserer Redaktion. Dazu heißt es in § 3 der DFB-Bestimmungen wörtlich: "Die Werbung darf nicht gegen die allgemein im Sport gültigen Grundsätze von Ethik und Moral verstoßen." Widersetzt sich ein Club dieser Anordnung, droht eine Geldstrafe; wie hoch die ist, werde im individuellen Fall verhandelt.

Die Internetseite des FKK- und Sauna-Clubs aus Bochum ist mehr als eindeutig. Bilder von nackten Frauen sind dort in Großaufnahme zu sehen. Wer bestätigt, mindestens 18 Jahre alt zu sein, bekommt den vollen Zutritt zur Seite. Der Club wirbt im Netz offen mit leicht bis gar nicht bekleideten Frauen in eindeutigen sexuellen Posen und weist darauf hin, dass Leistungen, die die dort beschäftigten Damen erbringen, mit ihnen selbst abgerechnet werden sollen. 50 Euro kostet der Eintritt in den Club, auch Zehnerkarten gibt's zu kaufen.

Googelt man den Namen des Clubs, so erscheinen auf einschlägigen Sex-Seiten entsprechende Erfahrungsberichte und Empfehlungen. "Das hat schon gereicht, um den Antrag der Uerdinger abzulehnen", sagte FVN-Sprecher Hambüchen.

Homburg und der Kondomhersteller

Die Debatte um Sex im Fußball ist nicht neu. In der Saison 1987/88 hatte der damalige Bundesligist FC Homburg den Kondomhersteller London als Hauptsponsor auf dem Trikot für die gesamte Saison gewonnen; 200.000 D-Mark zahlte das Unternehmen für den Club, bei dem damals unter anderem die Uerdinger Fußballgrößen Werner Vollack und Wolfgang "Cup" Schäfer spielten. Seinerzeit reagierte der DFB empört und drohte gar mit Punktabzügen.

Fortan spielte der FC mit einem schwarzen Balken über dem Schriftzug, bis die 13. Kammer des Landgerichts Frankfurt am Main befand, dass die Kondomwerbung auf den Trikots weder gegen Sitte noch Moral verstoße. Fortan liefen die Spieler unzensiert auf. Auch der FC St. Pauli hatte einst versucht, einen Deal mit dem Beate-Uhse-Konzern fürs Trikot abzuschließen; das Vorhaben platzte. In der Handball-Bundesliga zierte in den 70er Jahren der Schriftzug des Erotikkonzerns Orion das Trikot des Aufsteigers TSR Flensburg.

Für einen anderen, von Trainer van der Luer vermittelten Saunaclub darf der KFC indes offenbar werben - zumindest gibt es da noch kein Verbot: mit einer Bande im Stadion. Auf dieser ist die Internet-Adresse eines niederländischen Clubs aus der Nähe von Aachen zu sehen. Dieser wirbt neben dem "normalem" Saunaprogramm unter anderen mit heftigen Sex-Partys für sich im Internet.

(RP)