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Kleve: 66.935 Euro Gas-Nachzahlung

Kleve : 66.935 Euro Gas-Nachzahlung

Panne bei den Bescheiden der Stadtwerke Kleve: Marcel Ramakers aus Kleve sollte bis 1. Februar weit über 60 000 Euro nachzahlen und monatliche Raten von über 25 000 zahlen. Stadtwerkechef Hoffmann spricht von Einzelfall.

Die Wohnung ist nicht wirklich groß. 45 Quadratmeter. Als Marcel Ramakers im Juli einzog, stand der Gaszähler auf 2060 Kubikmeter. "Wirklich geheizt hab' ich in dem Jahr nicht", sagt Ramakers. Erstens war Sommer und außerdem arbeitet er im Schichtdienst. Um so größer war der Schock, als er jetzt den Brief der Stadtwerke öffnete: 66 935,13 Euro wollten die von ihm haben.

Zahlbar bis 4. Januar 2012. Zahlen, die im Kopf kreisen, bis man Witze drüber macht: "Mir war schnell klar, dass das nicht sein kann. Singlehaushalt, Schichtarbeit — und dann ein Gasverbrauch von über eine Million Kubikmeter. Und mein Nachbar bekam auch noch Geld zurück", sagt Ramakers, der in diesen Jahr auch Mitglied der Garde von Kranenburgs Prinz Frank, der Spontane, ist.

"Ein Irrtum", sagte gestern Rolf Hoffmann, Geschäftsführer der Stadtwerke Kleve. Und ein Einzelfall, betonte Hoffmann. Jedes Jahr stellen die Stadtwerke 50 000 Rechnungen aus. Seit 1984, als Michael Knickrehm die Abteilung übernahm, sei das der erste große Ausreißer bei den Rechnungen, sagt Hoffmann. Dabei erstellen die Stadtwerke die Rechnungen und geben sie an ein IT-Unternehmen weiter, das sie sortiert, druckt und verschickt.

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"Um Fehler zu vermeiden, haben wir ein Statistikprogramm, das solche Ausreißer herausfiltern soll", erklärt Hoffmann den Weg der Bescheide. Das Programm entdeckte dann tatsächlich auch den Ausreißer, der die 66 000 Euro nachzahlen sollte. "Wir haben sofort das IT-Unternehmen unterrichtet, den beanstandeten Brief nicht herauszuschicken — aber die haben den Bescheid nicht zurückgehalten", sagte Hoffmann. Auch die Fehlerquelle, die zur viel zu hohen Summe führte, sei gefunden: Zwar habe der Ableser richtige Zahlen gemeldet, doch war der Zähler, so erklärt es der Stadtwerkechef, in den "Überlauf" gesprungen.

Und das habe zu den Fehlern geführt. Dass die Geschichte ein Einzelfall sein soll, kann Ramakers nicht nachvollziehen. Als er sich beschwerte, habe dem zuständigen Sachbearbeiter ein ganzer Stapel beanstandeter Rechnungen vorgelegen — er sei nicht der einzige, habe man ihn begrüßt. Die Zahlenreihen auf der Rechnung sind jedenfalls ziemlich diffus — mit oder ohne "Überlauf".

Ramakers braucht das Geld nicht zu bezahlen, eine neue Rechnung offenbarte ihm schließlich eine Rückzahlung und kleinere monatliche Raten.

(RP/rl/jul/jco)