1. NRW
  2. Städte
  3. Kleve

Kalkar: Geringe Beteiligung bei Schokoticket-Demo

Kalkar : Geringe Beteiligung bei Schokoticket-Demo

Rote Nasen von der Kälte, rauchende Köpfe von der Wut – nicht nur temperaturtechnisch herrschte gestern in Hönnepel Unausgewogenheit. Zu der Protestaktion gegen die Einführung des Schokotickets für Schüler in Kalkar waren mehr Journalisten als Demonstranten gekommen.

Rote Nasen von der Kälte, rauchende Köpfe von der Wut — nicht nur temperaturtechnisch herrschte gestern in Hönnepel Unausgewogenheit. Zu der Protestaktion gegen die Einführung des Schokotickets für Schüler in Kalkar waren mehr Journalisten als Demonstranten gekommen.

Den Ärger über die neue Kostenverteilung trugen die protestierenden Eltern jedoch umso energischer vor. Weil die Verkehrsgemeinschaft Niederrhein (VRR), zu der auch der Kreis Kleve gehört, seit 2012 mit dem VRR fusioniert, ändern sich die Tarife für die Schulbusbeförderung. Die Stadt hatte deshalb im Dezember die Einführung des Schokotickets beschlossen.

Zunächst für zwei Jahre, danach soll neu verhandelt werden. "Uns wird das Schokoticket als Fahrkarte verkauft, die besonders in der Freizeit genutzt werden kann. Das stimmt aber nicht. Die Kinder können von hier aus zwar zum Kino nach Kleve fahren. Leider müssten wir ihnen dann aber ein Hotelzimmer spendieren — denn für den Rückweg gibt es keine Verbindung", sagt Vera Klaasen-van Husen. Sie hat 4 schulpflichtige Kinder und fährt wegen der schlechten Busanbindung "in Spitzenzeiten drei Mal am Tag von Schule zu Schule."

  • Niederrhein : Pendeln wird preiswerter
  • Kranenburg : Schokoticket "versüßt" Kranenburg
  • Niederrhein : Schoko-Ticket: Klage droht

"Das Ticket, das ja als Freizeitticket beworben wird, hat für unsere Kinder keine Vorteile. Sie kommen mit dem Bus nur nach der 6., nicht nach der 5. oder 7. Schulstunde nach Hause. Natürlich bezahlen wir für den Schulwegtransport. Aber wir lassen uns nicht erzählen, dass wir durch den Kostenaufwand Vorteile hätten", sagt Cornelius Klaasen-van Husen. Seine Tochter hält ein dazu passendes Plakat hoch: "Schoko-Ticket = Mogelpackung".

(RP/rl)