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Kreis Kleve: AOK zur Klinik-Krise: Junge Ärzte fehlen

Kreis Kleve : AOK zur Klinik-Krise: Junge Ärzte fehlen

Der Verbund der Katholischen Kliniken im Kreis Kleve (KKiKK) hat Probleme, junge Mediziner für die Arbeit auf dem Land zu gewinnen. Das erklärte die Regionalleiterin der AOK im Kreis, Barbara Nickesen.

Sie bringt damit einen neuen Aspekt in die Diskussion um die Zukunft der Krankenhaus-Landschaft ein. Bisher war die Debatte von der finanziellen Lage der KKiKK geprägt.

"Wir sind weit weg von den Ballungszentren, wo die großen Kliniken sind und wo junge Ärzte gerne leben", sagte Nickesen. Die Folge sei, dass nicht genug Mediziner in den Kreis Kleve kämen. Auch vor dem Hintergrund dieses Nachwuchsmangels in den Hospitälern regt die AOK-Chefin an, über die künftige Ausrichtung der Hospitäler im Kreis nachzudenken.

In diesem Zusammenhang warnt Dr. Klaus Hölzle, Vorsitzender des Fördervereins des Marienhospitals Kevelaer, vor weiteren Zusammenlegungen von Abteilungen in Kleve. "Dort ist man am Nordzipfel des eh schon ländlichen Kreises Kleve", sagt Hölzle. Infrastrukturell sei Kleve nicht so gut angeschlossen wie beispielsweise der Standort Kevelaer. Auch den Patienten seien immer weitere Wege nicht zumutbar. Er werde sich mit dem Förderverein gegen jegliche Versuche, den Standort Kevelaer aufzugeben, wehren. "Für den Standort Kevelaer spricht auch, dass dort im Jahr 2010 satte Gewinne gemacht wurden", betont der Vorsitzende. "Wir haben schon geblutet, als wir damals die Gynäkologie abgegeben haben. Jetzt ist Schluss", sagt Hölze.

(RP/jul/jco)