Kevelaer: Wallfahrt mit Hammerschlägen eröffnet

Kevelaer : Wallfahrt mit Hammerschlägen eröffnet

Der 1. Mai steht in Kevelaer ganz im Zeichen der Eröffnung der Pilgersaison. In diesem Jahr fiel die Aufgabe Erzbischof Monsignore Laurent Lompo zu. In der voll besetzten Basilika lauschten die Pilger gestern der feierlichen Zeremonie.

Der Wunsch war mahnend und aufmunternd zugleich: "Guckt mal, dass ihr noch ein Plätzchen findet", ruft Willi Kampmeier einem Pärchen zu, das mit schnellen Schritten auf die Marienbasilika zugeht. Es ist 9.30 Uhr. Das Pontifikalamt beginnt um 10 Uhr, nach der offiziellen Eröffnung der Pilgersaison durch drei symbolische Hammerschläge an die Pforte.

"Kurz vor acht waren die ersten in der Kirche", berichtet Rainer Killich, Generalsekretär der Wallfahrt. Ein Ordnungsdienst achtete gestern darauf, dass nicht die schon reservierten Plätze belegt wurden.

Der 1. Mai ist der Tag für Kevelaer, vielleicht der wichtigste im Jahr für die Marienstadt. Nicht zu übersehen sind die schwarz-orangen Fahnen der Kolpingsfamilie vor der Basilika. Willi Kampmeier, Vorsitzender der Kolpingsfamilie Elten, trägt eine Kerze, die später im Gottesdienst noch eine besondere Rolle spielen wird. "Es ist seit ewigen Zeiten ein Kolpingstag", sagt er mit Blick auf die vielen angereisten Kolpingskollegen.

Letzte Anweisungen werden gegeben, wo die Fahnenträger der Kolpingsfamilie stehen dürfen. Immer mehr Menschen treten aus der Tür des Priesterhauses. An die Wartenden werden Liedblätter verteilt mit den Worten: "Darf ich Sie zum Mitsingen einladen?" Das Gloria, für später in der Messe. Wer den Zettel nimmt, hat Text und Noten in der Hand. Ein nicht zu überhörendes Glockengeläut setzt ein, ein bisschen Aufregung, ein gespanntes Erwarten liegt in der Luft. Als die Glocke leise ausläutet, tritt Monsignore Laurent Lompo an der Seite von Wallfahrtsrektor Rolf Lohmann vor die Tür des Priesterhauses. Laurent Lompo wurde am 26. Januar 2013 von Papst Benedikt zum ersten nigerischen Weihbischof geweiht. Zum Niger hat die Stadt Kevelaer eine besondere Verbindung durch die Hilfsorganisation Aktion Pro Humanität, die dort 22 Brunnen bauen ließ. Es gibt eine Prozession über den Kapellenplatz, Weihrauch wird geschwenkt und das Kissen, auf dem der goldene Hammer liegt, wird andächtig von einem Messdiener getragen. Ein Spalier wird gebildet. Mit zügigen Schritten geht der Erzbischof auf die Pilgerpforte zu. Durch die Lautsprecher ist das dreimalige Klopfen klar zu vernehmen. Die Worte "Öffnet die Tore eures Herzens Christus, dem Erlöser" schallen in deutscher, niederländischer, französischer und lateinischer Sprache über den Platz. Langsam öffnet sich das schwere Portal und gibt den Blick auf den festlichen Kronleuchter im Inneren der Basilika frei. Der Einzug ist feierlich, mit Orgelmusik. Rolf Lohmann erinnert an das diesjährige Motto der Wallfahrt: "Habt Vertrauen, fürchtet euch nicht."Das Gloria wird gesungen und die Kerze, die Kampmeier von der Kolpingsfamilie dabei hat, wird während der Messe geweiht. Nach der Eucharistiefeier ziehen die Menschen zur Gnadenkapelle, um der Trösterin der Betrübten die Ehre zu erweisen. Im Forum Pax Christi hält der Generalpräses des Internationalen Kolpingwerks, Monsignore Ottmar Dillenburg, die Predigt zur Eröffnung der Wallfahrt.

Kevelaer ist seit gestern wieder mittendrin im Pilgergeschehen.

(RP)