Kevelaer: Alle hoffen auf das Ende der Bau-Pause

Kevelaer : Alle hoffen auf das Ende der Bau-Pause

Im Baugebiet der ehemaligen Reichswaldkaserne ruht der Betrieb. Ein Unternehmen befürchtet Probleme mit künftigen Nachbarn wegen Lärm-Emissionen. Sachverständige sind eingeschaltet. Häuslebauer sind verunsichert.

Die Stadt Goch hat wie angekündigt Stellung zum Baustopp in "Neu-See-Land" genommen. Anderthalb Tage nach der RP-Anfrage bestätigten Stadt und Entwicklungsgesellschaft GO! den Zeitungsbericht und drückten ihre Zuversicht aus, dass es in einigen Wochen auf dem Gelände weitergehen dürfte.

Die Entwicklung wird auch in Nachbarkommunen wie Weeze aufmerksam verfolgt. Denn das Gelände auf dem Grundstück der ehemaligen Reichswald-Kaserne ist eines der größten Baugebiete in der Umgebung.

Die Vermarkter der Grundstücke räumten ein, dass derzeit der Grundstücksverkauf im Bereich des Bebauungsplanes 47 sowie die Erteilung von Baugenehmigungen ausgesetzt sind.

"Grund dafür ist, wie berichtet, die Einwendung eines Industriebetriebes in der Nachbarschaft im Hinblick auf von ihm verursachte Lärm-Emissionen. Diese Einwendungen sind gegenüber der Stadt Goch als Planungsbehörde vorgetragen worden und machen eine Überprüfung der Sach- und Rechtslage erforderlich. Hierzu wurden Sachverständige beauftragt. Wir gehen nach heutigem Sachstand davon aus, dass diese Prüfung innerhalb der nächsten vier Wochen abgeschlossen ist, so dass dann die Vermarktung auf dem Gelände weitergehen kann und auch wieder Baugenehmigungen erteilt werden", so Wolfgang Jansen, Geschäftsführer der GO!.

Man habe begonnen, Kontakt zu Erwerbern der Grundstücke aufzunehmen, um die durch den Bauverzug bei den Kunden möglicherweise entstehenden Probleme wie etwa Kündigung der Wohnung, Verkauf des Hauses oder auch Vorfinanzierungsprobleme im Gespräch abzuklären. Jansen: "Wir suchen nach individuellen Lösungen. Dies war noch nicht mit allen Kunden möglich, wir entschuldigen uns für die Verzögerung."

Das Gelände der ehemaligen Reichswaldkaserne ist in mehrere Gebiete unterteilt, vor allem Teil C ist von der aktuellen Problematik betroffen. Im Rahmen der Öffentlichkeitsbeteiligung seien im Herbst 2017 erstmalig durch einen Grundstücksnachbarn Bedenken wegen der Schallemissionen angemeldet worden. "Im Februar 2018 wurde dann durch diesen Grundstücksnachbarn bei der Stadt Goch eine Simulationsberechnung eines Ingenieurbüros zur möglichen Schallbelastung für das betroffene Teilgebiet vorgelegt."

Die Beteiligten und ihre Anwälte sowie die Schallschutzgutachter beider Seiten suchten nun nach einer rechtssicheren Lösung für das Gebiet.

"Diese Lösung muss beinhalten, dass dem Grundstücksnachbarn keine Schwierigkeiten im Betrieb entstehen und die Umsetzung der Bebauungspläne unverändert weitergehen kann. Im Mai rechnet die Stadt mit einem Ergebnis und wird darüber informieren", so die Stadt Goch in der Stellungnahme.

(RP)