Kamp-Lintfort: Jungpolitiker wollen Musikschule stärken

Kamp-Lintfort : Jungpolitiker wollen Musikschule stärken

Die Kritik am Sparvorschlag der Stadt, den Zuschuss zur Musikschule zu reduzieren, wächst. Die JU sieht die SPD auf einem "jugendpolitischen Blindflug". Auch der Trägerverein sagt: Das bringt die Schule in "erhebliche Schwierigkeiten".

Die Sparvorschläge der Kamp-Lintforter Kämmerei haben die Junge Union (JU) auf den Plan gerufen. Vorsitzender Yannic Kascholke und sein Stellvertreter Nick Kriegeskotte kritisierten in einer Stellungnahme zum RP-Bericht vom Samstag das Vorhaben der Verwaltung, ab 2016 den städtischen Zuschuss für die Musikschule jährlich zu reduzieren und als Kompensation die Unterrichtsentgelte an der Einrichtung zu erhöhen. Dies sei "eine Haushaltskonsolidierung auf Kosten junger Familien in der Stadt", erklären die JU-Politiker.

"Die Intention der Stadt, Maßnahmen zur Konsolidierung des erneut nicht ausgeglichenen Doppelhaushalts zu ergreifen, begrüßen wir ausdrücklich", teilt Vorsitzender Yannic Kascholke mit. Allerdings sei die Prioritätensetzung der Kamp-Lintforter Stadtverwaltung fragwürdig, heißt es in dem Schreiben: "Vor einigen Wochen propagierte der Bürgermeister das Projekt Familienfreundliches Kamp-Lintfort 2025. Den Rotstift nun bei einem der wichtigsten Jugend- und Kulturangebote anzusetzen, hat etwas Verlogenes", ärgert sich der Jungpolitiker.

"Die SPD-Stadtspitze befindet sich trotz umfangreicher Evaluation und Studien im jugendpolitischen Blindflug", kommentiert der stellvertretende JU-Vorsitzende Nick Kriegeskotte: "Wer einerseits den städtischen Zuschuss an den Ka-Liber Jugendkulturverein um 27 000 Euro auf dann immerhin 70 000 Euro anhebt, sich gleichzeitig ein Jugendcafé für 70 000 Euro jährlich leistet und dem gegenüber eine Kürzung von jährlich 5000 Euro des Zuschusses an die Musikschule stellt, der muss sich fragen lassen, warum hier derartig einseitige Vorschläge gemacht werden."

Die Jungpolitiker Kascholke und Kriegeskotte machen eine neue Rechnung auf: Sie möchten überprüfen lassen, welche Konsequenzen eine Zusammenlegung von Jugendcafé an der Moerser Straße und dem Angebot des Jugendkulturvereins Ka-liber hätte und welche Einsparpotenziale sich so realisieren ließen. "Die Musikschule leistet eine hervorragende Arbeit und sollte eher gestärkt werden, wenn sich finanzielle Spielräume eröffnen", befindet Kascholke weiter und fordert: "Wir rufen alle Fraktionen auf, Einsparungen auf Kosten derer, die in ihrer Freizeit ein Instrument erlernen wollen, nicht mitzutragen und den Vorschlägen der SPD-Stadtspitze eine Absage zu erteilen."

Die SPD-Fraktion hat sich bislang nicht eingehend mit den Sparvorschlägen beschäftigt, die Kämmerer Martin Notthoff Mitte Januar vorgelegt hatte. "Wir werden uns die Vorschläge in Ruhe ansehen", erklärte SPD-Fraktionsvorsitzender Heinz-Günter Schmitz, der zugleich Vorsitzender des Trägervereins der Musikschule ist. In dieser Funktion erklärte er: "Der Vorschlag bringt die Musikschule in erhebliche Schwierigkeiten."

(RP)
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