Kamp-Lintfort/Rayen: Anwohner: "Deponie Eyller Berg wird immer höher und größer"

Kamp-Lintfort/Rayen : Anwohner: "Deponie Eyller Berg wird immer höher und größer"

Bezirksregierung verweist auf festgelegtes Kubaturmodell, das der Betreiber umsetzen müsse. Überhöhungen seien in der Ablagerungsphase möglich.

Seit dem 2015 geschlossenen Vergleich zwischen Bezirksregierung Düsseldorf und Eyller Berg Abfallgesellschaft ist es still geworden um die Sondermülldeponie Eyller Berg. Eine Bürgerinitiative hat sich aufgelöst, die andere arbeitet zurzeit im Hintergrund. Der Berg ist aber nach wie vor im Visier der Bürger, die im Umfeld der Deponie wohnen und Veränderungen feststellen. "Der Berg wird immer höher und größer", berichtet jetzt Johannes Janzen und sorgt sich, dass immer mehr Giftmüll auf der Kuppe abgekippt werde. Seine Beobachtungen hat er im März der Bezirksregierung in Düsseldorf als zuständige Aufsichtsbehörde gemeldet. Auf RP-Anfrage teilte die Behörde mit, dass in dem vor dem Oberverwaltungsgericht Münster geschlossenen Vergleich ein Kubaturmodell verbindlich festgelegt worden sei, wie sich die Kubatur der Deponie nach der Ablagerungsphase darstellen werde: "Die Deponiebetreiberin ist verpflichtet, dieses Modell umzusetzen."

Auch sei festgelegt, dass sämtliche Überhöhungen zu beseitigen seien. Diese seien während der Ablagerungsphase möglich. "Aber die Bezirksregierung schaut auch darauf, dass die Überhöhungen nicht so groß sind, dass Umlagerungen später nicht mehr möglich wären", teilt Sprecherin Dagmar Groß mit. Es lägen keine Anhaltspunkte dafür vor, dass die Eyller Berg Abfallgesellschaft den Verpflichtungen nicht nachkommen werde.

Der Vergleich, den Düsseldorfer Bezirksregierung und Eyller Berg Abfallgesellschaft vor dem Oberverwaltungsgericht in Münster unterschrieben haben, bezieht sich auf die Festlegung eines Endzeitpunkts der Abfallablagerung bis Ende Dezember 2022 und auf die Kubatur der zukünftigen Deponie, die sich an den beiden, sich aus dem 1969 ergebenden obersten Höhenpunkten von 70 und 63,9 Metern orientiert. Festgelegt sind darüber hinaus die Maßnahmen, die der Betreiber zur Staubminderung erfüllen muss. "Die Einhaltung des Kubaturmodells wird regelmäßig kontrolliert. Es finden regelmäßige Überwachungen auf der Deponie statt", teilte die Bezirksregierung auf Anfrage mit. Außerdem würden durch den Betreiber so genannte Massenentwicklungen veranlasst, die Ergebnisse der Bezirksregierung vorgelegt. Diese würden von der Behörde überprüft. "Für die Beseitigung der Überhöhungen hat die Bezirksregierung eine Sicherheitsleistung von der Eba gefordert, die auch gestellt wurde", so Sprecherin Dagmar Groß. "Die Werthaltigkeit und Auskömmlichkeit der Sicherheitsleistung wird von der Bezirksregierung regelmäßig geprüft."

Johannes Janzen sorgt sich darüber hinaus über die Staubentwicklung. "Mal staubt es, mal dampft es ohne Schutz für die umliegende Bevölkerung und Landschaft. Dazu erklärte die Bezirksregierung: "Gegen eine mögliche Staubentwicklung werden unter anderem Bewässerungssysteme (Nebenkanonen) eingesetzt, die zu einem unmittelbaren Niederschlagen des Staubes auf der Deponie führen." Dazu fänden regelmäßige unangekündigte Kontrollen der Behörde statt. Hinweise auf eine Staubentwicklung außerhalb des Deponiegeländes seien nicht bekannt.

(RP)