Jüchen: Verein "Linas Rollis" spendet den 50. Rollstuhl für Kleinkinder.

Mini-Rollstühle aus Jüchen-Hochneukirch : 50. Kleinkinder-Rollstuhl gespendet

Detlef Jackels aus Hochneukirch freut sich über die Fortschritte seiner Enkelin Lina, für die er den ersten Mini-Rolli gebaut hatte. Mittlerweile hat der Vorsitzende des Vereins „Linas Rollis“ 50 Kleinkinder-Rollstühle gefertigt.

Der Hochneukircher Verein „Lina’s Rollis“ stellt 10 bis 36 Monate alten Kindern mit Handicaps wie „Spina bifida“ kostenfrei Mini-Rollstühle zur Verfügung. Dass sich auf diese Weise frühzeitig geförderte Kinder besser entwickeln können, beweist die jetzt knapp zweijährige Lina, das Enkelkind des Vereinsvorsitzenden und Rolli- Bastlers Detlef Jackels.

JÜCHEN/ HOCHNEUKIRCH Detlef Jackels, der Vorsitzende des im November 2017 gegründeten Hochneukircher Vereins „Lina’s Rollis“ war begeistert, als ihm Jüchens Schützenpräsident Thomas Lindgens er beim Frühschoppen im Festzelt die beachtliche Spende von 660 Euro zur Anfertigung von sechs Mini- Rollstühlen für gehbehinderte Kleinkinder mit Handicaps wie „Spina bifida“, der angeborenen Fehlbildung von Wirbelsäule und Rückenmark, übereichte. Jackels freut sich: „Diese Spende ist gleichbedeutend mit einer Patenschaft für sechs Mini- Rollstühlen.“ Diese Rollstühle bastelt Jackels selbst in seiner Freizeit für gehbehinderte Kinder im Altersbereich von zehn bis 36 Monaten.“ Der 50. Rolli wurde vorige Woche für einen kleinen Jungen im süddeutschen Angelbachtal ausgeliefert und die nächsten Exemplare sollen nach Essen, Dachau und Pirna gehen. Die Rollis Nummer 53 und 54 hat Jackels am vorigen Wochenende gebaut. Der Verein hat Reserven für weitere Exemplare, worüber der … jährige freut sich, denn: „Das Tollste ist, dass wir mit dieser großzügigen Spende die 10 000 Euro- Marke überschritten haben. Danke an alle – ohne euch könnten wir nicht so vielen Kindern helfen.“

Der Präsident des Bürgerschützen- und Heimatvereins berichtet, dass das Geld aus den Spendensammlungen während des Schützenfestes kommen. Die Entscheidung dass „Opa Jackels“- also der Großvater der gehandicapten kleinen Lina – für seinen Verein einen Teil des Geldes bekommen sollte, fiel den Jüchener Schützen leicht und Lindgens sagt: „Es ist traurig, dass die Krankenkassen nicht die 110 Euro zur frühzeitigen Förderung solcher Kinder aufbringen.“

Ohne den Mini-Rollstuhl ab dem zehnten Lebensmonat hätte sich nämlich Jackels kleine Enkeltochter Lina, die sowohl mit „Spina bifida“ (offenem Rücken) als auch Hydrocephalus (Ansammlung von Hirnwasser) zur Welt kam, nicht so prächtig entwickeln können. Längst beherrscht die knapp Zweijährige ihren kleinen Rollstuhl perfekt und ist in jeder Hinsicht von morgens bis abends mobil. Ihr Opa erzählt: „Lina geht es wirklich gut. Sie ist ein fröhliches Kind, geistig fit und spricht inzwischen einige Wörter. Sie liebt Bilderbücher.“ Und auch wenn der Defekt der Wirbelsäule natürlich nicht behoben werden kann, seien die Neurochirurgen sehr zufrieden mit ihrem Zustand. Zweimal pro Woche hat Lina nun Physiotherapie und nutzt inzwischen Orthesen. Opa Jackels erklärt: „Das sind zum einen Unterschenkel- Orthesen, damit die Füße gerade stehen bleiben. Lina hat ebenfalls eine Komplett- Orthese, in der sie immer eine gewisse Zeit stehen kann.“ Denn das Stehen sei für sie wichtig zur Ausbildung harter Knochen. Lina wird im November zwei Jahre alt – im Dezember hat sie wieder einen Termin im Düsseldorfer Sozialpädagogischen Zentrum (SPZ), einer Spezialambulanz in den Düsseldorfer Unikliniken mit besonderer Kompetenz in Diagnostik, der Planung von Behandlungen und deren Koordination. Hier kümmern sich Spezialisten vieler Facharztrichtungen und erfahrene Therapeuten gemeinsam um Säuglinge, Kinder und Jugendliche bis zum 18. Lebensjahr. Jackels berichtet: „Die Behandlungsabschnitte werden koordiniert und es können Hilfsmittel verordnet werden.“ Nun hofft die Familie auf die Verordnung eines ersten richtigen kleinen Rollstuhls, dessen Sitzfläche individuell auf Lina angepasst wird. „Es soll nicht noch später werden damit - da müssen wir hartnäckig sein,“ sagt der 53jährige und fügt energisch hinzu: „Es kann ja nicht sein, dass unser Verein Lückenbüßer sein soll für das, was die Krankenkassen hier in Deutschland nicht frühzeitig genug leisten wollen.“

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