Hückeswagen: Zwei Gitarristen malen akustische Gedichte

Hückeswagen: Zwei Gitarristen malen akustische Gedichte

Der norwegische Sänger und Gitarrist Reidar Jensen nahm es mit Humor: "Wir freuen uns über wirklich jeden, der heute Abend gekommen ist", sagte er beim Konzert "Finest Acoustic Poetry" im Kultur-Haus Zach, in das er mit dem Gitarristen Markus Daubenspeck mit einem schönen Liebeslied einstieg. Vielleicht war es den Osterferien geschuldet, dass nur fünf Zuschauer gekommen waren. An der musikalischen Qualität konnte es nicht gelegen haben. Das Gitarren-Duo wusste mit aufregenden Arrangements, tollen Soli und schönen Melodien zu begeistern.

Mit ihrer Musik schaffte es das Duo, akustische Gedichte zu malen, wie in Jensens melancholischer Betrachtung unserer immer schneller werdenden Welt "Take A Look Around You" oder der Hymne ans bewusste Leben "Before Your Life Is Gone". Dabei schimmerte immer wieder Jensens ohrenscheinlich größtes Vorbild Leonard Cohen durch, was auch optisch erkennbar war, weil er seine Texte mit durchaus ähnlicher Mimik und mit inbrünstig geschlossenen Augen ins Mikrofon sang. Begleitet wurde er von Daubenspeck, der nicht nur souverän den Rhythmus zupfte, sondern immer wieder in hochvirtuose und pfeilschnelle Soli entwischte, die einen anerkennend mit der Zunge schnalzen ließen.

Die musikalische Basis des Abends war der amerikanische Folk im Stile Cohens oder Bob Dylans. Und da waren auch die Themen der Songs beheimatet. Da ging es zum einen um die Liebe, die erfüllte, etwa in "Nighttime Right", aber auch die unerfüllte. Und zum anderen ging es auch um sozialkritische Themen: Die Bankenkrise etwa wurde in der traurigen Geschichte von "No Credit" thematisiert. Tragik, gemischt mit einem scharfen Blick auf die Welt - das machte den Kern der Texte von Jensen aus.

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Spätestens in der zweiten Hälfte hatte das Duo endgültig seinen Frieden mit dem mau besuchten Konzert gemacht und spielte Songs wie die beschwingte Liebeserklärung an Jensens Frau, "What You Are", mit einem dauerhaften Lächeln im Gesicht. Es war die Musik, die zählte - egal vor wie vielen Zuschauern.

(wow)