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Hückeswagen: kfd hofft auf Zuwachs aus Nachbarstadt

Hückeswagen : kfd hofft auf Zuwachs aus Nachbarstadt

Die Katholische Frauengemeinschaft (kfd) Hückeswagen feiert ihr 170-jähriges Bestehen und ist damit die älteste in Deutschland. Doch auch sie hat Nachwuchssorgen. Womöglich schließen sich ihr Mitglieder aus Radevormwald an.

Patricia Knecht ist das "Küken": Mit ihren 21 Jahren ist die Tochter von Beate Knecht, der Sprecherin des Hückeswagener kfd-Vorstands, das mit Abstand jüngste Mitglied eines Vereins, der im Durchschnitt etwa 70 Jahre alt ist. Die Zweitjüngste ist bereits 31, und dann geht's weiter mit Mittvierzigern. Junge Frauen zu finden, die sich in der Katholischen Frauengemeinschaft engagieren wollen, ist heutzutage schwer geworden.

Das hat auch die kfd Radevormwald gemerkt. 115 Mitglieder hat sie noch, doch am 17. September werden die Frauen bei einer außerordentlichen Mitgliederversammlung die Auflösung zum Jahresende beschließen. Zwei Gründe gibt es für diesen Schritt, der innerhalb der Katholischen Frauengemeinschaft deutschlandweit nicht ungewöhnlich ist: Zum einen sind die jüngsten Mitglieder Mitte 50, und zum anderen ist niemand bereit, Verantwortung im Vorstand zu übernehmen.

Die Rader Vorsitzende Marianne Müller hat den Mitgliedern bereits nahegelegt, sich der Hückeswagener kfd anzuschließen. Schließlich sind die beiden Gemeinden St. Marien und Josef (Radevormwald) und St. Mariä Himmelfahrt (Hückeswagen) in einer Pfarreiengemeinschaft verbunden. Beate Knecht würde es begrüßen, würden sich Radevormwalderinnen in der Schloss-Stadt engagieren. "Bei uns haben sich auch schon einige Frauen aus Hämmern angemeldet, denn die dortige kfd hat sich ebenfalls aufgelöst", berichtet die Vorstandssprecherin.

Durch eine mögliche Verstärkung aus der Nachbarstadt erhofft sich Beate Knecht auch eine Verbesserung der Vorstandsarbeit. Seit 2006, als Christel Lüttgenau nach 16 Jahren an der Spitze nicht mehr kandidierte und es ihr fast der gesamte Vorstand nachmachte, wird die Hückeswagener kfd von einem Team geleitet. Dem gehören neben Beate Knecht noch die Kassiererin Eva Ide und die Schriftführerinnen Claudia Hoff und Monika Lübbert an.

Wegen der Jubiläumsfeierlichkeiten anlässlich des 170-jährigen Bestehens - "wir sind damit die älteste Katholische Frauengemeinschaft in Deutschland" - wurden die turnusmäßig für 2014 vorgesehenen Vorstandswahlen auf 2015 verschoben. Beate Knecht hofft, dass sich dann jemand für den Posten der zweiten Vorsitzenden findet. Dann würde sie auch den Vorsitz der kfd übernehmen - aber ohne Stellvertreterin geht es nicht. Vielleicht sei ja jemand aus Radevormwald bereit, dieses Amt auszufüllen.

Mit 250 Mitgliedern hat die kfd in der Schloss-Stadt mehr als doppelt so viele wie die in Radevormwald (115), doch gehen auch hier die Zahlen zurück. 2006, als Christel Lütgenau den Vorsitz abgab, standen noch die Namen von 311 Frauen in der Mitgliederkartei. "Der Bundesverband hat diesen allgemeinen Trend erkannt und startet nun die Kampagne ,Frauen.Macht.Zukunft'", berichtet Beate Knecht. Doch es reiche nicht, neue Mitglieder nur mit dem Aufhängen von Plakaten zu gewinnen, stellt sie klar. "Am besten ist es, die Frauen persönlich anzusprechen." Auf diese Weise hat die Vorstandssprecherin im Frühjahr sechs neue Mitglieder gewinnen können - und dabei im wahren Sinne des Wortes Klinken geputzt.

Es sei wichtig, viele Mitglieder zu sein - "denn wir sind auch in politischen Gremien vertreten", sagt Beate Knecht. So habe die Katholische Frauengemeinschaft mit dafür gesorgt, dass die Frauen, die vor 1992 Kinder zur Welt gebracht haben, mehr Rente bekommen oder überhaupt einen gesetzlichen Rentenanspruch haben.

(RP)