Hückeswagen: ATV will barrierefreien Zugang zur Halle

Hückeswagen: ATV will barrierefreien Zugang zur Halle

Bei der vierten Bewerbungsrunde "Leader Bergisches Wasserland" ist der ATV Hückeswagen einer von sieben Bewerbern. Der Vorstand hat einen Antrag auf Fördermittel gestellt, um einen barrierefreien Zugang zur Halle zu ermöglichen.

Generationen von Sportlern haben beim ATV schon vor der eigentlichen Trainingseinheit eine Aufwärmphase der besonderen Art genossen. Denn der Zugang zur vereinseigenen Halle auf dem Fürstenberg führt über eine steile Treppe mit 15 Stufen oder alternativ über den nicht minder steilen Anstieg daneben. Doch solche Eingänge sind selbst im hügeligen Bergischen Land nicht mehr zeitgemäß. Zudem plant der ATV spezielle Angebote wie einen "Rollator-Führerschein" und - in Kooperation mit entsprechenden Hückeswagener Einrichtungen - Rehabilitationskurse. Doch dafür ist ein barrierefreier Zugang zur Halle unumgänglich.

"Diese Idee haben wir schon lange", sagt ATV-Vorsitzender Jörg von Polheim. Er habe in der eigenen Familie die Erfahrung gemacht, dass immer mehr Menschen Rollatoren benötigten. "Doch wie sie bedient werden, sollte vorher einmal geübt werden", betont er. Von Polheim, der auch Fraktionschef der FDP im Stadtrat ist, weiß von anderen Städten, in denen sogenannte Rollator-Führerscheine angeboten wurden. Und diese Kurse, in denen Gehbehinderte die richtige Fortbewegung mit der Gehhilfe üben können, will der ATV künftig in seiner Halle ebenfalls anbieten.

Bevor die ersten Teilnehmer eines solchen Kurses überhaupt in die Halle gelangen, will der Verein rechts neben der Halle - vor dem Anbau mit der Gymnastikhalle - einen barrierefreien, serpentinenartigen Weg anlegen. "Bei einer maximalen Steigung von sechs Prozent und einem Höhenunterschied von 2,80 Meter wird der Weg etwa 50 Meter lang", hat der ATV-Chef ausgerechnet.

Das sei ein Projekt, das richtig Geld kosten werde. Geld, das der Verein in Gänze nicht hat. Deshalb hat sich der ATV an "Leader Bergisches Wasserland" (siehe Info-Kasten) gewandt. Von Polheim, der über seine politische Arbeit bereits Kenntnis von dem EU-Förderprogramm hat, war im Dezember bei einer Infoveranstaltung zu diesem Thema im Kolpinghaus dabei. Danach hat der ATV die Bewerbung um Fördermittel herausgeschickt.

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"Das Förderprogramm ,Leader' kann innovative Projektideen mit einem Zuschuss fördern", berichtet Regionalmanagerin Céline Zahn. In der vierten Bewerbungsphase bewarben sich bis Mitte März sieben Bewerber aus Hückeswagen, Kürten, Radevormwald, Wermelskirchen (2), Wipperfürth und Marienheide mit ihren Projektideen um eine Förderung. "Der Vorstand des Vereins wird am 2. Mai die Projekte auswählen, die sich besonders positiv auf die Region auswirken", betont Zahn.

Die Realisierung aller Ideen würde etwa eine Million Euro kosten, zur Verfügung stehen aber nur Fördermittel in Höhe von etwa 484.000 Euro. Wird ein Projekt gefördert, gibt es 65 Prozent der benötigten Summe aus dem EU-Fördertopf, den Rest muss der jeweilige Antragsteller selber aufbringen. Von Polheim rechnet mit etwa 40.000 Euro für den Wegebau und die Anschubfinanzierung für die Kurse und die entsprechenden Übungsleiter. Blieben im Fall einer Bezuschussung durch "Leader" immer noch etwa 14.000 Euro für den ATV, die er selber stemmen muss. "Das ist auch noch ein ordentlicher Batzen", betont von Polheim, der auf Sponsoren und Spenden hofft.

Wenn's für den ATV gut läuft, könnte nach den Sommerferien mit dem Bau des Weges begonnen werden.

(büba)