Grevenbroich: Kunst im alten Wellenbad

Grevenbroich: Kunst im alten Wellenbad

Beim Aktionswochenende "Arbeitsplatz Kunst" hat sich die Ateliergemeinschaft "E 1" erstmals in ihrem neuen Zuhause präsentiert. In der oberen Etage des früheren Neurather Wellenbads fühlen sich die Künstler rundum wohl.

Sie sind zu sechst und haben als Ateliergemeinschaft eine hübsche Heimat im ehemaligen Neurather Wellenfreibad gefunden: die Mitglieder der Künstlergruppe "E 1". Am Wochenende beteiligten sie sich an der kreisweiten Aktion "Arbeitsplatz Kunst". Kerstin Nowak ist eine der Kreativen, und sie ist mit der Aktion zufrieden. "Wir nutzen sie, um uns an unserem neuen Standort zu präsentieren", sagt die 42-Jährige. Die Gruppe war vorher in der alten Hauptschule in Gustorf untergebracht. Dort musste sie weichen, um Platz für eine Kindergartengruppe zu machen. "Wir sind froh über unser neues Domizil", sagt Kai Stefes.

Der 42-Jährige hat sich mit seinem Fotoatelier zusammen mit Thomas Möcker (43) in den alten Winterumkleiden des Wellenbads eingerichtet. "Das Atelier ist so geplant, dass immer zwei Künstler mit ähnlichem Schwerpunkt in einem Raum sind", erklärt Kerstin Nowak. So nutzen Conny Hellfeier (39) und Gereon Riedel (46) zusammen den ehemaligen Restaurantbereich. Frank Stohanzl (40) – genannt Stoi – hat sich mit Nowak in den Personalräumen des Schwimmbads eingerichtet. "In Gustorf war es familiärer. Doch die hellen Räume machen das wieder wett", meint Stohanzl.

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Noch hat die Gruppe keine Bilder in Neurath gemalt. Doch aus der Zeit in Gustorf sind einige Werke vorhanden. "In den vergangenen Wochen haben noch die Handwerker regiert. In unserem Fotoatelier gab es beispielsweise fast keine Stromanschlüsse", erklärt Thomas Möcker. Trotz der Arbeiten hatte die Gruppe vom ersten Tag an Besuch von neuen Nachbarn. "Viele Neurather kamen bereits vorbei und wollten wissen, was hier geschieht. Das Interesse freut uns sehr. Wir sind offen für jeden", betont Möcker. Auch am Wochenende schauten rund 120 Besucher vorbei. "Manche kamen gezielt wegen der Aktion. Andere wurden erst später auf unsere Kunst aufmerksam. Sie nutzten die Gelegenheit, um zu sehen, was aus dem Wellenbad geworden ist", meint Stefes.

Die Mitglieder der Künstlergemeinschaft verbrachten selbst einen großen Teil ihrer Jugend im Neurather Wellenbad. "Wir waren wehmütig, als es damals dicht machte. Doch dass wir jetzt die Räume nutzen können, freut uns natürlich sehr", sagt Möcker. Am 3. Oktober veranstaltet die Gemeinschaft einen Tag der offenen Tür. Dann wollen die Künstler auch erste Werke "Made in Neurath" präsentieren. Für 2013 ist eine größere Aktion, wie im vergangenen Jahr in Gustorf, geplant. Dort hatte die Gruppe die Aktion "24 Stunden Kunst" ausgerufen. In Neurath angekommen ist die Gruppe bereits – und fühlt sich pudelwohl.

(NGZ)
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