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Grevenbroich: Kapellen: Gewerbepark entsteht

Grevenbroich : Kapellen: Gewerbepark entsteht

Am Kapellener Ortsrand entsteht ein neues Gewerbegebiet: In der Nähe zur Autobahn 46 werden sich künftig Hightech- und Dienstleistungsfirmen ansiedeln. Auch eine Großschreinerei will sich dort niederlassen.

Er wird 360 Meter lang, maximal 3,20 Meter hoch und hat eine wichtige Aufgabe: Der Wall, der entlang der Straße "Auf den 100 Morgen" errichtet wird, soll das gegenüberliegende Neubaugebiet vor Lärm schützen.

Denn hinter der Mauer entsteht ein Gewerbegebiet, das zurzeit vermarktet wird. "Das läuft gut", sagt Ulrike Heising von der Stadt- und Grundstücksentwicklungsgesellschaft: "Es gibt bereits viele Interessenten für die beiden, insgesamt 13 000 Quadratmeter großen Bauabschnitte."

Unter anderem wird die Firma Sirah, weltweit Marktführer in Laser- und Plasmatechnik, in Kapellen bis zu zwei Millionen Euro in einen neuen Standort investieren. "Ein Unternehmen für Kälte- und Klimatechnik ist ebenso interessiert wie eine Großschreinerei", so Heising. Auch ein Anbieter von Fertighäusern will in Kapellen produzieren und dort mindestens eines seiner Gebäude ausstellen.

Schon heute wird der erste Grundstein im neuen Gewerbegebiet gelegt: Brammer — ein europaweit tätiges Unternehmen im Technischen Handel — verlegt seinen Sitz von Wevelinghoven nach Kapellen. 2000 Quadratmeter hat die Firma erworben — und sie liegt damit im Durchschnitt. "Die meisten Interessenten suchen Flächen mit einer Größe von 1000 bis 2000 Quadratmetern", erläutert Ulrike Heising.

Auch im neuen Wohngebiet geht es voran. 200 Häuser wurden in den vergangenen Jahren bereits gebaut, nun steht die Vermarktung der übrigen Grundstücke an. Bis zu 450 Wohneinheiten sollen am Ortsrand insgesamt entstehen. Dass dies gelingen wird, daran hat Heising offenbar keinen Zweifel: "Die Nachfrage nach dem zweiten Bauabschnitt ist stetig gut", meint sie.

Die Bewohner müssen übrigens nicht fürchten, künftig auf eine öden Lärmschutzmauer zu blicken. Denn die Stadt hat sich bewusst für einen "grünen Wall" entschieden. Der wird aus Metallständern errichtet, die mit Erde gefüllt und anschließend bepflanzt werden. Das sieht nicht nur gut aus, sondern ist mit rund 211 000 Euro auch deutlich preiswerter als andere Lösungen, meint der Landschaftsarchitekt Jörg Selzner: "Eine Betonmauer hätte doppelt so viel gekostet."

Im nächsten, spätestens im übernächsten Jahr soll von der Mauer so gut wie nichts mehr zu sehen sein. Dafür werden Efeu und Wilder Wein sorgen. "Mit dieser Mischung ist der Wall ganzjährig grün — und im Herbst mit bunten Farbtupfern versehen", weiß Selzner.

(NGZ)