Grevenbroich: Donald Duck als Lebensaufgabe

Grevenbroich : Donald Duck als Lebensaufgabe

Tobias Jansch (34) kennt sich aus mit den Ducks, der berühmtesten Entenfamilie der Welt. Der Comic-Fan beschäftigt sich auch beruflich mit den Stars aus Entenhausen. Er weiß: Mangas laufen den Ducks den Rang ab.

Pechvogel, Wüterich, patziger Prolet: Donald Duck ist die tierische Inkarnation des Jedermanns. Unermüdlich rafft er allen Optimismus zusammen, um gegen die Widrigkeiten des Lebens zu bestehen. Vielleicht ist er auch deshalb der beliebteste Erpel der Welt. In diesem Jahr wird die Ente mit dem Matrosenkäppi 75 Jahre alt.

Tobias Jansch (34) aus Neukirchen ist ein großer Anhänger des Jubilars und kennt sich mit der Geschichte der Ducks bestens aus. Beruflich vertreibt er Comic-Statuen — und der Experte bedauert: "Auch wenn die Figuren großartig sind, gerade die verschiedenen Situationen, in denen Donald dargestellt wird: Die Sammler mögen heute lieber andere Dinge." Zurzeit vertreibe er die teils wertvollen Figuren aus Kunstharz zwar, habe sie wegen der geringen Nachfrage jedoch nicht mehr auf Lager. "Jetzt sind eher Figuren aus aktuellen Comic-Verfilmungen wie ,Clone Wars' gefragt. Ebenfalls begehrt sind weibliche Manga-Darstellerinnen oder aber Figuren aus populären Trickfilmen — etwa die Simpsons."

Tobias Jansch ist seit frühester Kindheit leidenschaftlicher Comic-Fan. In seinen Regalen türmen sich die bunten Hefte — mit Figuren dekoriert er sein Zuhause aber nicht. Pünktlich zum Geburtstag des faulen, rüpelhaften, aber doch sympathischen und liebenswerten Erpels kramt der Comic-Profi etwas aus seinem Regal: Eine 40 Zentimeter große, detailliert verarbeitete Figur des vielleicht größten Nagels an Donalds Sarg: Onkel Dagobert Duck, Milliardär, egoistisch und berühmt für seinen Geiz. "Donald und Dagobert Duck sind ein Gespann wie Luke Skywalker und Darth Vader", übersetzt er die Beziehung der beiden für Anhänger von Star Wars. Erfunden wurde der Onkel ebenso wie Donald vom einflussreichsten Zeichner von Geschichten aus dem Walt Disney-Universum: Carl Barks. Er hauchte den Enten Leben ein, zeichnete ihnen ihre unverwechselbaren Charaktere auf den fedrigen Leib.

Janschs Figur ist etwa fünf Jahre alt und zählt damit zwar zu den jungen Exemplaren, ist aber eine Rarität. "Die Lizenzen für Disney-Figuren sind fast vollständig ausgelaufen. Deshalb werden die Statuen nicht mehr produziert", erklärt er. So werde der aktuell vernachlässigte Erpel, dessen Abbilder ohnehin nur in limitierter Auflage produziert worden seien, zu einem wertvollen Sammlerstück.

"Trotzdem wird Donald wohl nicht die lebensgroße Statue des Terminators toppen", sagt Jansch und lacht. 8000 Euro zahlen Sammler dafür. Onkel Dagobert wechselt in diesen Tagen übrigens den Besitzer: Für rund 100 Euro hat ein Österreicher die Figur in einem Disneystore erstanden. Jansch bedauert: "Eigentlich ist es schade, dass die Ducks für Sammler zum Randprodukt geworden sind."

(NGZ)
Mehr von RP ONLINE