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Viktoria Goch überzeugte wieder mit toller Kappensitzung

Karneval Goch : Spagat und fliegende Mädchen

Mit Spitzen-Büttenreden, peppigen Tänzen und mitreißenden Musikgruppen wurde der Kappenabend von Viktoria einmal mehr zum unvergesslichen Erlebnis.

Die Strategen der Karnevalsabteilung von Viktoria Goch hatten für den Kappenabend am vergangenen Freitag folgende Rechnung aufgemacht: erst mal ruhig anfangen, um dann den Stimmungsofen immer weiter zu befeuern – und diese Rechnung ist voll aufgegangen! „Ruhig anfangen“ hieß nämlich nicht „ruhig schlafen“; denn schon der fantasievolle Showtanz der Viktoria Bambinis als Gangster und Polizisten wie auch der Gardetanz der Viktoria Minis waren alles andere als ermüdend.

Auch der erste Wortbeitrag mit dem Titel „Mallorca-Reise“ von Greta Görtz (18 Jahre jung) gehörte nicht in die Kategorie „leise“, da die Erlebnisse auf der Mittelmeerinsel rund um Gretas lebenshungrige Helikoptermutter („Gott, war das peinlich“) die Zuhörer förmlich mitriss und am Ende zu lang anhaltenden stehenden Ovationen führte.

Die exakten und synchronen Bewegungen wie auch die Selbstverständlichkeit des Spagats bei den anschließenden Gardetänzen der Viktoria Funken und Teenies ließ erahnen, wie viele Übungsstunden investiert worden waren. Einfach super, befand das Publikum.

Zwischen den Tänzen plauderte Achim Verrieth als „Cilly Uhlenbusch“ in gewohnt lockerem Gochs Platt aus dem Nähkästchen. Jetzt wurde eine Schüppe Kohlen in den Stimmungsofen geworfen: Die Kultband K6 eroberte die Bühne. Spätestens da kannte die Stimmung kein Halten mehr. Bei dieser Musik konnte jeder so richtig aus sich raus gehen: schunkeln, klatschen und mitsingen – wie schön, dass Karnevalslieder, die alten wie die neueren, so unkompliziert sind.

Trotz der nun endgültig ausgebrochenen Ausgelassenheit hatte Esther Münch als „Waltraud Ehlert“ keine Mühe, die Aufmerksamkeit wieder auf die Bühne und damit auf sich zu lenken – sie war einfach umwerfend. Insbesondere, als aus dem vermeintlich hässlichen Entlein plötzlich ein atemberaubender, singender Vamp wurde. Das wussten die Zuschuer zu schätzen. Fazit dieses Progrmmpunkts: Die erste (und einzige) Rakete des Abends wurde gezündet! Aber das war noch nicht alles. Weiter ging’s ja mit dem (Ausnahme)-Tanzcorps der Vrouwenpoortdas mit seinen fliegenden Mädchen für Staunen, Begeisterung und nicht zuletzt Gänsehaut sorgte. Der Boden ist hart und die Schwünge sind schwungvoll!Dann war nicht zu überhören: Köln ist von Goch nicht allzu weit. Die lautstarken Bläser und Trommler vom Gocher Musikverein holten mit ihren Klängen auch das versteckteste Rhythmusgefühl aus jedem der zahlreichen Gäste – keiner konnte mehr still sitzen, die Körper reagierten praktisch ohne eigenes Zutun.

Damit war auch der Boden für den Einzug des Gocher Prinzenpaares bereitet: Johannes V. mit Prinzessin Julia I. enterten mit Garde, Funken und dem Tambourcorps Asperden das Kastell. Der Höhepunkt war erreicht – aber nicht das Ende. Denn jetzt kamen die Viktoria Boys: ein Männerballett, das sich dem Thema „Zirkus“ gewidmet hatte und (ohne Tutu und nackte Haut) einen echten Qualitätstanz zeigte, der auch verdient Beifallsstürme auslöste.

Als fulminanten Schlusspunkt konnte Sitzungspräsident Michael Görtz die Viktoria-Funken mit dem tollen Showtanz „Indien“ ankündigen. Passende Melodien, riesige Indien-Banner und geschmeidige Bewegungen ließen das Thema plastisch erleben. Jetzt, nach Mitternacht, war zwar der Valentinstag, aber nicht die Liebe zur Viktoria vorbei.