Turnhallenbau Gesamtschule Mittelkreis in Goch

Interkommunale Zusammenarbeit : Kalkar will Goch „keine neue Stadthalle“ bezahlen

Die Gesamtschule Mittelkreis braucht eine neue Turnhalle, die Verbandskommunen müssen sie bezahlen.

(nik) Die Abstimmung in der Zweckverbandsversammlung, von der noch nicht bekannt ist, wann sie stattfindet, könnte schwierig werden. Der Schulausschuss von Kalkar jedenfalls hatte einige Bedenken, sich zum Thema „Sanierung oder Neubau der Dreifachturnhalle an der Gesamtschule Mittelkreis in Goch“ zu positionieren.

Wie berichtet, müssen die Verbandskommunen, zu denen neben Goch Kalkar, Kevelaer, Weeze, Uedem und Bedburg-Hau gehören, sich entscheiden, welche Art neuer Turnhalle sie an der Gesamtschule Goch mitfinanzieren wollen. Die bisherige Halle, die früher zum Gymnasium gehörte, das am neuen Standort gut ausgestattet ist, ist erheblich sanierungsbedürftig. So sehr, dass sich aus betriebswirtschaftlichen Gründen ein Neubau anbietet. Für die beteiligten Kommunen entstehen anteilige Kosten, die entsprechend ihrer Schülerzahl veranschlagt werden. Die Stadt Goch hat „Nutzungsfälle“ für 4,1 bis 5,5 Millionen Euro zur Wahl gestellt. Mal geht es um die Sanierung, mal um einen Neubau. Und um die Frage, ob die künftige Halle auch als Versammlungsstätte für die ganze Schule dienen sollte. Das wünscht sich die Schulleitung und fänden die Gocher vermutlich gut, aber aus der Politik ist zu hören, man habe kein Interesse daran, „den Gochern eine neue Stadthalle mit zu finanzieren“. Zumal man ja Zwangsmitglied des Zweckverbands sei, aus dem zum Beispiel Bedburg-Hau schon mal den Ausstieg erwogen hat. Was aber ein teures Unterfangen wäre. Außerdem gab Bürgermeisterin Britta Schulz zu bedenken, die Ratskollegen wollten ja sicher, dass die Kalkarer Kinder auch in Goch gut beschult würden.

Kalkars Bürgermeisterin, Britta Schulz, hat Gochs Kämmerin, Bettina Gansen, angeschrieben und Fragen zu „unausgegoren“ wirkenden Plänen gestellt. Foto: Markus van Offern (mvo)

Schulz berichtete weiter, die betroffenen Bürgermeister würden sich in der kommenden Woche kurzschließen. Außerdem habe man Gochs Kämmerin angeschrieben und „diverse Fragen“ zu den Plänen gestellt, die laut Britta Schulz „unausgegoren“ wirken. Unter anderem gefällt den Kalkarern nicht, Stellung zu einer reinen Kostenschätzung beziehen zu müssen. Man wisse ja aus eigener Schulbautätigkeit, dass derartige Projekte oft deutlich teurer werden als angenommen. Bei allen Bedenken: In der Tendenz scheint den Kalkarern ein Neubau sinnvoller. Wobei Extras, von denen nur die Gocher profitieren würden (“Stadthalle“), diese auch alleine bezahlen sollten. Jede Verbandskommune hat eine Stimme, die Mehrheit entscheidet.