Goch: Kinder behaupten sich selbst

Goch : Kinder behaupten sich selbst

Im Programm der VHS Goch stehen regelmäßig Kurse, in denen auch der Nachwuchs lernen kann, Grenzen zu setzen und seinenPlatz zu verteidigen. Kursleiterin Gisela Ingenwepel nimmt die Sorgen und Probleme auf und entwickelt mit den Kindern Lösungen.

Grenzen setzen, Ängste überwinden, Selbstvertrauen aufbauen. Darum geht es in dem Kursus "Selbstbehauptung für Schulkinder" bei der Volkshochschule Goch. Seit über zehn Jahren lehrt Gisela Ingenwepelt dieses – ob Senioren, in speziellen Angeboten für Mädchen und Frauen, an Grundschulen oder eben jetzt die Sechs- bis Zwölfjährigen im Gocher Langenbergzentrum.

Richtige Reaktion lernen

Die Motivation der Kinder ist dabei fast immer die Gleiche. "Ich gehe auf eine neue Schule und kann mit den älteren Kindern noch nicht so umgehen", sagt beispielsweise Arianna (10). Sie wollen lernen wie sie reagieren sollen, wenn sie angegriffen werden, wie die achtjährige Svenja, oder einfach wie sie sich verhalten sollen, wenn sie auf der Straße angesprochen werden.

Alles eine Frage der Selbstbehauptung, aber nicht nur im öffentlichen Raum. "Auch Menschen, die man mag, darf man Grenzen setzen", erklärt Gisela Ingenwepel, das habe etwas mit dem persönlichen Wohlbefinden zu tun.

Eine Lektion, die die Kinder im Rahmen der sechs Kursusdoppelstunden noch lernen werden. Dabei ist das Grenzen setzen – das Nein sagen – von zentraler Bedeutung. Es gehe nicht darum, dass die Teilnehmer lernten, wie sie andere "umhauen", wie die Lehrerin für Selbstbehauptung und Selbstverteidigung betont, die selbst seit 20 Jahren Kampfsport betreibt.

Es sei wichtig die Kinder mit ihren Ängsten und Sorgen ernst zu nehmen, erklärt Ingenwepel. Das gilt genauso für die Angst nachts von Einbrechern geklaut zu werden, die verschiedene Kinder formulierten, wie für das in der Pause geärgert werden. "Ich hätte gerne etwas darauf gesagt, aber ich wusste nicht was", erzählt eins der Mädchen. Die Kursleiterin hört sich die Sorgen der Kinder in Ruhe an, notiert sie und verspricht gemeinsam Lösungen dafür zu erarbeiten. Hinweise wie auf das Ärgern reagiert werden kann, gehören dazu. Aber auch, dass sie Tipps gibt, wie eine Alarmanlage für den Kleiderschrank gebaut werden kann – damit das dort wohnende Monster nicht unbemerkt rauskommen kann. Dem Grund für die Ängste, versucht Gisela Ingenwepel dabei mit geschickten Fragen, nachzugehen.

Die Kinder jedenfalls freuen sich auf die nächste Stunde. Denn bei allem Ernst des Themas, um es mit Emilys Worten zu sagen: "Wir können hier auch Spaß haben". Und das ist wichtig fürs Lernen.

(RP)