Goch: Des Trabers zarte Ami-Steaks

Goch : Des Trabers zarte Ami-Steaks

Uwe Blunck präsentiert den Traberhof in Kessel nicht nur im neuen, "schlankeren" Gewand – er serviert seinen Gästen original amerikanische Steaks, im Winter Spare Ribs und bald auch noch Köstlichkeiten aus dem "Smoker".

Von der "Berliner Schnauze", da hört man immer noch ein wenig. Und das ist auch gut so. Uwe Blunck, Berliner Kind nicht aus dem Herzen der Stadt, sondern einem ländlichen Randbezirk, hat einen weiten Weg hinter sich gebracht. Bis er an den Niederrhein kam, nach Kleve und dann nach Kessel. Restaurants und Hotels quer durch die Republik und auch jenseits des großen Teiches – in den USA trat seine Tochter in Vaters Fußstapfen und leitet inzwischen drei Restaurants. Amerika ist es auch, das Blunck nun im Traberhof in Kessel auf den Teller bringt.

Behutsam modernisiert

Um das bekannte Ausflugslokal zum "American Steakhouse" zu machen, haben die Bluncks die typische, rustikale Atmosphäre beibehalten, aber "entschlackt" und behutsam modernisiert. "Es soll halt in die Umgebung passen, da galt es, vorsichtig ans Werk zu gehen", sagt Blunck. Das ist gelungen. Weniger ist mehr, da wirkt nichts mehr überladen, vollgestopft – aber gemütlich ist es. Die passende Umgebung für die supersaftigen Steaks, die Blunck und sein Team nun servieren.

Dass das Fleisch aus den USA kommt, ist nicht schickimicki, für Blunck ist es Überzeugung. "Die Tiere werden hier zu früh geschlachtet: Sie werden zum Schlachthof gefahren, sind völlig gestresst, haben hohen Blutdruck, nach der Schlachtung werden sie sofort zerlegt und weiter verarbeitet, das Fleisch blutet aus. In Amerika werden die Tiere 100 Tage vor der Schlachtung im Stall gehalten, mit Frischheu, Hafer und Mais gefüttert und dann behutsam geschlachtet. Das Fleisch bekommt von der speziellen Fütterung und der schonenden Behandlung die feine Marmorierung und den unverkennbaren Geschmack." Und seine Zartheit, die bekommt es auch.

Und aus der Zubereitung, da macht Uwe Blunck alles andere als ein Geheimnis. Er baute den Traberhof so um, dass die Küche nun offen und der Gast jederzeit informiert ist, was da wie auf dem Holzkohlengrill gebrutzelt wird.

Mit Fettseite

Kohle? Blunck hat noch mehr Amerikanisches vor. Spare Ribs, aber unverfälscht, nämlich aus der untersten Kotelettreihe und mit der typischen Fettseite, Fleisch, das mariniert und im "Smoker" gegart wird, nicht überm Feuer, sondern im warmen Rauch, lange und dafür bei sehr niedriger Temperatur, unvergleichlich weich und saftig auf dem Teller, warm geräucherten Lachs mit weißen Zwiebeln "nach Bostoner Art", betont er: Man merkt – Blunck hat Spaß an dem, was er da serviert. "Und es passt nicht nur in die Umgebung, zum Traberhof – es ist auch möglich, preislich im mittleren Segment zu bleiben", so der Gastronom.

Dass Blunck besonders den Klever Gästen bekannt vorkommen wird, ist übrigens kein Wunder: Anfang der 90er Jahre kam er mit seiner Frau nach Kleve. Arbeitsplatz: Schweizerhaus. Den Bluncks gefällt's hier so gut, dass sie blieben. Und jetzt kehrt Blunck wirklich zurück zu seinen Wurzeln. Pferde – die gab's ja schon in der ländlichen Berliner Nachbarschaft der Kindertage. Und nun . . . gibt es sie wieder!

(RP)