Fußball: Perfekt: Sraizi nach China, Schacht kommt

Fußball : Perfekt: Sraizi nach China, Schacht kommt

Fußball-Oberliga: Trainerwechsel beim Tabellenführer SV Straelen. Rachid Sraizi sitzt am Sonntag zum letzten Mal auf der Bank.

Es hätte eine lange Erfolgsgeschichte werden können. Doch am Ende hat es nur zu einer interessanten "Short Story" gereicht. Trainer Rachid Sraizi, der den Fußball-Oberligisten SV Straelen erst in der Sommerpause übernommen hatte, wird den Verein bereits wieder verlassen. Nach der Meisterschaftspartie gegen den VfB Hilden wird sich der Niederländer am Sonntag verabschieden - dann hat er für die Grün-Gelben in gerade einmal zehn Pflichtspielen die sportliche Verantwortung getragen. Seine persönliche Bilanz kann sich sehen lassen. In sechs von acht Meisterschaftsspielen unter Sraizis Regie hat die Mannschaft den Platz als Sieger verlassen. Der verdiente Lohn ist die Tabellenführung - daran soll sich selbstverständlich auch am Sonntag nichts ändern.

Foto: Janicki Dietrich

Hintergrund der Entscheidung ist ein Angebot, das der Profi-Trainer einfach nicht ausschlagen konnte. Schon vor seinem Engagement in Straelen hatte sich Sraizi bei einer Talentschule in China beworben, die einen international erfahrenen Fußball-Fachmann suchte. Der 44-Jährige hatte die ganze Angelegenheit schon längst wieder vergessen, als plötzlich die Zusage aus dem "Reich der Mitte" eintraf. Sraizi suchte das Gespräch mit dem Straelener Präsidenten Hermann Tecklenburg, der seinem Kurzzeit-Erfolgstrainer keine Steine in den Weg legt.

Auf der Suche nach einem Nachfolger ist Tecklenburg bereits fündig geworden. Und zwar in seinem nicht gerade kleinen Freundeskreis. Ex-Profi Dietmar Schacht, der erst am vergangenen Sonntag beim Landesligisten Hamborn 07 das Handtuch geworfen hatte, übernimmt in der nächsten Woche das Kommando an der Römerstraße.

Der Straelener Präsident versichert, auf den Schacht-Rücktritt bei den "Löwen" keinen Einfluss genommen zu haben. Vor knapp zwei Wochen hatte er den 6:0-Erfolg im Spitzenspiel gegen den FC Monheim an der Seite des künftigen Sportchefs verfolgt. "Ich kenne Dietmar Schacht seit rund 30 Jahren und bin mit ihm befreundet. Bei unserem Pokalspiel in Hamborn habe ich ihn erstmals nach langer Zeit wieder getroffen. Abends sind wir noch im Straelener Hof gewesen, wo ich ihm gesagt habe, dass er sich doch einmal eines unserer Meisterschaftsspiele anschauen soll. Gegen Monheim ergab sich die Gelegenheit, weil Hamborn schon einen Tag vorher gespielt hatte", erklärt Tecklenburg.

Bereits vor sechs Jahren hatte er mit dem Gedanken gespielt, den ehemaligen Profi und Schalke-Kapitän an die Römerstraße zu lotsen. Seinerzeit hatte sich Dietmar "Didi" Schacht aber für den SV Bergisch-Gladbach entschieden, mit dem er 2012 den Aufstieg in die Regionalliga West feierte. Ohnehin kann Schacht, der heute seinen 55. Geburtstag feiert, in seiner Trainer-Vita einige Besonderheiten vorweisen. Darunter bemerkenswertes soziales Engagement. Zweieinhalb Jahre lang trainierte der gebürtige Duisburger die deutsche Nationalmannschaft für Menschen mit geistiger Behinderung.

Seine Zukunft sieht er im Gelderland. Dietmar Schacht wird mit seiner Frau in Kevelaer ein Eiscafé eröffnen - hört sich nach einem etwas längeren Aufenthalt an.

(RP)