Issum: Issums Schandfleck soll verkleidet werden

Issum: Issums Schandfleck soll verkleidet werden

Marode, das beschreibt ganz gut den ersten Eindruck vom Haus auf der Gelderner Straße 1 in Issum. Mancher würde auch sagen: vergammelt. Auch das Wort "Schandfleck" fiel schon.

Immerhin befindet sich das Gebäude, in dem zuletzt eine Bäckerei war, mitten im Issumer Ortskern, unweit der neuen Dorfmitte an de Pomp, und ist nicht zu übersehen.

Weil es an der Ecke Gelderner Straße/Neustraße steht, wird gleich von mehreren Seiten der Verfall deutlich. Farbe und Mauerwerk bröseln. Wie es mit dem Gebäude, das vermutlich um das Jahr 1895 erbaut wurde, weitergehen soll, war Thema im vergangenen Issumer Bauausschuss. Die SPD hatte den Antrag gestellt, zu prüfen, welche Möglichkeiten es für das weitere Vorgehen gibt. Die SPD spricht in ihrem Schreiben von einem "desolaten Zustand" des Gebäudes. Die Gemeinde Issum stellt aber klar: "Eine Gefährdung des näheren Umfeldes geht zurzeit vom Gebäude nicht aus." Weiter heißt aber auch es: "Grundsätzlich wäre ein Abriss des Gebäudes für die unmittelbar angrenzenden Nachbargebäude Neustraße 2 und Gelderner Straße 3 aus statischer Sicht unbedenklich", also möglich. Die Abbruchkosten würden sich allerdings auf etwa 60.000 Euro belaufen.

Bereits in der Ratssitzung im Oktober wurde über den Vorschlag eines ortsansässigen Malerbetriebs gesprochen, der die Fassade künstlerisch bearbeiten würde. Die Kosten lägen bei 5000 Euro, die Haltbarkeit bei rund fünf Jahren. Regina Kampmann machte für den Kirchenvorstand St. Anna Issum-Svelen den Vorschlag, die Fassade mit Fahnen zu verkleiden. Der Entwurf, der Werbung für die Ki-IsS-Second-Hand-Shops zeigt, sei in Arbeit und das Projekt würde weiterverfolgt, wenn gewünscht.

Ein Abriss des Gebäudes wurde abgelehnt. "Die Verwaltung ist der Ansicht, dass ein Abriss nur des Hauses Gelderner Straße 1 momentan nicht wirtschaftlich darstellbar ist und die frei werdende Fläche alleine nicht weiter vermarktet werden kann", heißt es in der Begründung der Verwaltung. Dem folgte der Bauausschuss.

Die Gemeindeverwaltung schlug auch vor, keine Mittel in eine Fassadengestaltung zu investieren. Dem zweiten Vorschlag wurde allerdings nicht gefolgt. Im Bauausschuss wurde stattdessen beschlossen, dass eine optische Verschönerung erfolgen soll. 5000 Euro sollen dafür in den Haushalt 2018 eingestellt werden.

(RP)