Erkrath: Emil rettet ein vermeintliches Eichhörnchen

Erkrath : Emil rettet ein vermeintliches Eichhörnchen

Emil Schwinck fand eine verletzte Haselmaus in Hochdahl und sammelte Spenden für die Behandlung.

Emil Schwinck, Schüler aus Hochdahl, traut seinen Augen nicht: Ein schwer verletztes, kleines Tier liegt an einem Parkplatz in Hochdahl unter einem Baum in einem Krater - offenbar ist es hineingefallen. Schnell informiert er den älteren Nachbarn Peter Paul, der die Eichhörnchen-Privatinitiative in Solingen verständigt. Der sagt das Abholen des Tieres zu, allerdings nur gegen eine Gebühr von 25 Euro. Emil Schwinck ist klar: Jetzt muss gehandelt werden, sonst stirbt das leblose Tier womöglich noch.

Also stellt sich der Junge gegen neun Uhr morgens in die Fußgängerzone und bittet die Passanten um eine Spende für die Abholung des Tierchens. Peter Paul half unterdessen mit Gartenhandschuhen, einem gefütterten Karton und einem kleinen Tisch aus, auf dem die Maus "ausgestellt" wurde, damit auch zweifelnde Passanten von der Ernsthaftigkeit der Lage überzeugt werden konnten.

"Manche Leute haben nur geguckt und gesagt: ,Spinnst du, das Tier ist doch schon tot.' Aber es hat noch geatmet", berichtet Emil Schwinck. Viele Erkrather griffen aber bereitwillig ins Portemonnaie, um dem Jungen und vor allem dem kleinen Lebewesen aus seiner misslichen Lage zu helfen. "Die meisten Menschen waren interessiert und haben gespendet, nachdem sie die Maus gesehen hatten", erzählt Emil weiter. Für ihn war die Sammelaktion nicht nur erfolgreich, sondern auch eine interessante Erfahrung.

Schon nach einer halben Stunde waren die 25 Euro zusammen und die Eichhörnchen-Privatinitiative konnte zum Abholen der Maus angefordert werden. Zunächst war gar nicht klar, um was für ein Tier es sich handelt. "Wir dachten erst, es sei ein junges Eichhörnchen", erzählt Emil. Auch von einem Siebenschläfer war die Rede. Doch später stellt sich bei der Eichhörnchen-Privatinitiative heraus, dass es eine Haselmaus ist, die der Junge auf dem Parkplatz gefunden hat. Anscheinend hat sie sich bei einem Sturz schwer verletzt oder wurde sogar absichtlich in das Loch geworfen.

Aber letztlich ist es ja egal, ob es nun ein Eichhörnchen oder eine Haselmaus ist, die Emil gefunden hat. Fest steht: Durch das schnelle und konsequente Handeln des Jungen konnte das Leben der Maus gerettet werden. Tierfreunde konnten den Gesundheitszustand des Winzlings vorerst stabilisieren und die Verletzungen erstversorgen.

Trotz aller Hilfe ging die Rettung für das Tier nicht gut aus, die kleine Haselmaus ist beim Transport gestorben.

(phil)
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