Erkrath: Dieser Mann hat Erkraths Straßen im Blick

Erkrath : Dieser Mann hat Erkraths Straßen im Blick

Serie: Mein Job im Grünen (3). Rafael Swatkowski ist der offizielle Straßenbegeher der Stadt.Er sucht Schäden.

Tritt der Hochdahler Rafael Swatkowski aus seiner Haustüre, steht er auch schon an seinem Arbeitsplatz. Ganz Erkrath ist sein grünes Büro. Denn Swatkowski ist der einzige offizielle Straßenbegeher. Seine Aufgabe macht ihm wirklich Spaß, sagt er. Eigentlich gäbe es nur einen Nachteil: "Weil ich schon den ganz Tag über unterwegs bin, gehe ich ungern hier spazieren." Erkrath wird ihm dann zu klein. In der Freizeit wandert er mit seiner Frau jenseits der Stadtgrenzen durch Haan, Hilden oder Mettmann: "Irgendwie fühle ich mich sonst ständig wie bei der Arbeit."

Seinen Job beschreibt er als "flexibel und abwechslungsreich". Der gelernte Maurer schätzt an der Tätigkeit besonders die Kombination von Innen- und Außendienst. Rund drei Viertel seiner Arbeitszeit verbringt er im Freien. Seit 1990 wohnt der in Polen geborene Swatkowski in Erkrath, doch richtig kennen lernte er die Umgebung erst in der letzten Dekade. Zehn Jahre ist er bei der Stadt beschäftigt, zunächst in der Straßenreinigung, nun seit vier Jahren als Kontrolleur: "Oft bekommen wir Hinweise von Bürgern. Dann nehme ich meine Kamera und einen Schreibblock und fahre hinaus." Zu jeder Meldung wird ein Bericht angefertigt. Dafür lassen sich besonders Regenphasen nutzen: "In solchen Zeiten versuche ich, den Bürokram zu erledigen."

Systematisch sucht er die Stadtbezirke mit einem orangefarbenen 50er Motorroller auf. Das wendige Dienstfahrzeug lässt sich fast überall abstellen oder über Bürgersteige und engste Feldwege bewegen: "Der Roller macht mir das Leben einfacher", sagt er. Doch die Kontrollstrecken läuft er tatsächlich per pedes ab. Immer wieder bemerkt er kuriose Absackungen, etwa, wenn ein undichter Kanal die Fahrdecke unterspült hat. Zudem werden Verkehrsschilder überprüft und öffentliches Mobiliar wie Sitzbänke und Poller in Augenschein genommen. Reine Anliegerstraßen haben sich als wenig kontrollbedürftig erwiesen. Wöchentlich muss er hingegen in den Fußgängerzonen unterwegs sein: "Da findet man immer etwas vor." Gefahrenstellen meldet er umgehend an die Schilderkolonne: "Für solche Dinge stehen wir sofort parat." Doch einen vergleichbaren Störfall wie den Pfingststurm Ela hat es für Swatkowski bislang nicht gegeben. Er musste jede Menge Schäden feststellen: "Egal, wohin ich kam, ich habe überall abgebrochene Äste gefunden." Die Zusammenarbeit der Feuerwehr mit den rund 30 Kollegen vom Bauhof sei vorbildhaft gewesen. Die Hauptsaison für einen Straßenbegeher bleibt der Herbst, wenn viele Bürger über das unausweichliche Laub klagen: "Eine Besonderheit in Erkrath ist eben, dass wir wirklich sehr viel Grün haben." Im Winter fallen Swatkowski die hiesigen Mikroklimata auf. So kann es oben in der Willbeck stark schneien, während davon im flachen Unterfeldhaus kaum etwas zu merken ist. Über den Straßenzustand kann er berichten, dass in Alt-Erkrath und Unterfeldhaus viele Gehwege mit Platten bestückt sind; in Hochdahl hingegen mehr mit moderneren Pflastersteinen. Durch den Druck von Baumwurzeln können sich Platten eher lösen und kippeln. Bei Fortbildungen trifft er mitunter auf Straßenbegeher aus anderen Städten: "Einige sind vollständig draußen unterwegs; andere nutzen ein Fahrrad als Dienstfahrzeug." Nach Swatkowskis Erfahrung sind aber alle Begeher Allrounder. "Man muss einfach alles im Blick haben", sagt er.

(lard)